Categotry Archives: Gedanken

0

Wochenende!

by

@herrlarbig hatte es am Montag bereits festgehalten:

Die Arbeitswoche ist so losgegangen, als müsste alles bis Mittwoch erledigt sein, weil dann Wochenende ist. Und der Kalender sagt: So ist’s.

(Link zum Tweet)
Genau so ging es mir diese Woche auch. Alles musste bis Mittwoch erledigt werden, terminlich besonders dringend waren die Themenabsprachen für die Präsentationsprüfungen. Nun ist aber alles weitgehend in trockenen Tüchern und wir starten ins Wochenende. (Den unterrichtsfreien, beweglichen Ferientag heute verbrachte ich mit Abi-Zweitkorrekturen.)

Schönes ….!

20130510-195621.jpg

0

#COER13 – Startwoche

by

Ich nehme aktuell teil am #Coer13, einem offenen Kurs (MOOC) zum Thema OpenEducationalRessources (OER). In der ersten Woche geht es um die Sondierung der Lage, um Teilnahmebedingungen (es gibt keine), um Voraussetzungen für Leistungsnachweise (ich brauche keine) und mit welchen Plattformen gearbeitet wird (Forum, Twitter, Blogs, die Kursseite).

In der ersten Woche ist die Motivation bekanntlich am größten, deshalb gleich mein erster Blogbeitrag 😉

was ich diese Woche im Rahmen des COER13 getan habe:

  • Ich habe das Programm für diese Woche gelesen und die letzten beiden Videos mir angeschaut (was OER sind und wie die CC-Lizenz zusammengesetzt ist, weiß ich). Das Vorstellungsvideo fand ich zu lang, da war ich versucht zwischendrin abzuschalten. Via Twitter habe ich mich vorgestellt:

  • Ich versuchte, an der Live-Veranstaltung mit Adobe Connect teilzunehmen, nach etwa 20 Minuten habe ich leider aufgeben müssen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass das was ich gehört habe, nicht so interessant war. Es wurden die Badges erklärt und wie man im Forum arbeitet. Ich nehme an, dass ich die Aufzeichnung nicht noch anschauen werde.
  • Nach der Idee von Birgit Lachner habe ich am Dienstag auch einen Aushang im Lehrerzimmer gemacht. Die einzige, die mich bisher darauf ansprach (es aber vorher schon in meinem Twitterstream gesehen hatte) war die netzaffine Kunstlehrerin.
  • Ich las die überaus interessanten Blogartikel von Damian Duchamps: Auf den Punkt gebracht – Warum Lehrer OER nutzen (und erstellen) sollten sowie von Jörg Lohrer bei rpi-virtuell Die Evolution einer neuen Lernkultur im COER13, außerdem den Artikel Offene Bildungsressourcen: frei zurgänglich und einsetzbar von Sandra Schön und Martin Ebner
  • Außerdem habe ich in meinem Weblog die CC-Lizenz eingebunden und mich gefreut, dass die Aussagen zur Lizenz und OER im ZUM-Wiki ganz nach oben gesetzt wurden.
  • Im ZUM-Wiki haben wir inzwischen auch eine Seite zum #COER13. Dort gibt es auch einen Abschnitt, in dem sich ZUMler eintragen können, die am #COER13 teilnehmen, damit auch wir uns etwas besser vernetzen können.
  • In meinen Twittertools habe ich die Suche #COER13 gespeichert und sehr oft darin gelesen.

was ich diese Woche im Rahmen des COER13 gelernt habe:

  • Adobe Connect und meine Internetverbindung scheinen auf Kriegsfuß zu stehen. Der Ton war minutenlang nicht zu hören, danach nur abgehackt. 
  • OER sind im echten Leben / in der echten Schule bisher kein Thema. Das ist schade.
  • Die Menschen hinter #COER13 sind sehr engagiert.

was ich mir diese Woche im Rahmen des COER13 wünsche:

  • dass noch mehr Teilnehmer dem Aufruf folgen und sich vorstellen – sei es durch Twitter oder im Forum. Bisher habe ich nur wenige Lehrer im Beruf (schon gar nicht mit meinen Fächern) entdeckt.

(wird evtl. noch ergänzt)

0

Klausur mit Hefter

by

Im Fach Ethik geht es um vielerlei Kompetenzen. Es geht um Textrezeption (philosophische Texte) und Textproduktion, reflexive Urteilskompetenz, verschiedene Gesprächsformen, unterschiedliche Varianten des ethischen Argumentierens, kreativer und kritischer Medienumgang und so fort. Ich versuche, so viele wie möglich davon im Unterricht einzuüben. Die logische Konsequenz dessen ist, diese Fähigkeiten auch zu überprüfen. Manche eignen sich dafür mehr, andere weniger. Ein weiteres Hindernis sind die 3 Anforderungsbereiche, die abgedeckt werden wollen.
Um demnach meine Schüler nicht vor unlösbare Aufgaben zu stellen, bin ich dazu übergegangen, vor jeder Klausur anonym im Kursweblog abstimmen zu lassen, ob sie mit oder ohne Hefter geschrieben werden soll. Bei dieser Vorgehensweise können die Schüler den Umfang des Lernstoffs abschätzen und danach entscheiden.
Für den Hefter spricht:

  • kein Auswendiglernen, was nach der Klausur sowieso wieder vergessen wird
  • Die Schüler können ihre Fähigkeiten besser zeigen
  • Die Vorbereitung besteht darin, seinen Hefter durchzusehen, zu ordnen, evtl. eine Zusammenfassung schreiben, auf Vollständigkeit prüfen, wichtiges von unwichtigem trennen, etc.
  • die Verwendung des Hefters verleiht eine gewisse Sicherheit
  • nicht zu unterschätzen ist, dass die Klausuraufsicht für mich entspannter verläuft 😉

Ohne Hefter zu schreiben hat den Vorteil, dass ein Grundsockel an Punkten durch reines Auswendiglernen zu schaffen ist. Weil dafür schon entsprechend Zeit veranschlagt werden muss, bleibt weniger Raum um die Anforderungsbereiche 2&3 abzudecken.

Meine Erfahrungen damit sind sehr unterschiedlich. Im einen Ethikkurs entscheidet sich seit Anfang an die Mehrheit für die Hefterklausur, im anderen Kurs wurde bisher ohne Hefter geschrieben. Vom Durchschnitt her sind die Klausurergebnisse vergleichbar.

In den letzten Wochen hatte ich im Kursraum einen Aushang mit beiden Klausuren und den entsprechenden Vorteilen gemacht, um die Unterschiede zu verdeutlichen. Ich bin gespannt, ob die Abstimmungen bei den nächsten Klausuren anders ausfallen.

20130108-194157.jpg

(Dieser Blogartikel wurde notwendig aufgrund eines Tweets von Andreas Kalt und dem daran anschließenden Erfahrungsaustausch.)

0

Das Jahr 2012 in Bildern

by

Januar 

Winter am Meer, immer wieder toll. #Büsum

1

Februar

Fasching in der neuen Wahlheimat. Da blüht die Stadt auf. 2

März3

April

Hessigheimer Felsengärten
4

Mai

Münster in Ulm. Ich war nur bis zu dieser Aussicht. Gotische Architektur ist gut gegen Wohlfühlgefühl.5

Juni

Projekttage in der Schule. Ich habe filzen angeleitet.6

Juli

K2 ist schon 5

7

August

Kindergeburtstagsparty K1 (8)8

September

Folklorum in Einsiedel9

Oktober

Herbst-Bastelei aus Fundstücken10

November

Adventskalender11

Dezember

Orte mit vielen Erinnerungen #Heimat
12

0

“Wie kommt man nur dazu, Philosophie zu studieren?”

by

(dieser Blogbeitrag ist ursprünglich im Weblog für meinen Ethikkurs erschienen)

Diese Frage bekam ich am vergangenen Donnerstag angesichts eines, zugegebenermaßen recht langen, Mill-Textes. Ich habe noch einmal über diese Frage nachgedacht und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass sie -aus meiner Perspektive- falsch herum gestellt ist. Für mich stellt sich nicht die Frage, wie man DAS studieren kann (mit genau der Entrüstung in der Stimme), sondern wie man es nicht kann. Ich meine damit nicht zwangsläufig das Studium, sondern eine Art “philosophischen Blick” auf die Dinge zu haben – wie kann man als Mensch Mensch sein ohne sich darüber (planvoll) Gedanken zu machen, woher man kommt, wie Entscheidungen zustande kommen, seine eigenen Ziele und Handlungsoptionen zu reflektieren, die Entscheidungen sowie Antworten von anderen zu hinterfragen, etc.

Für mich ergab sich daraus gegen Ende meiner Schulzeit die logische Schlussfolgerung, Philosophie zu studieren und mich damit zu beschäftigen, was andere vorher gedacht haben, wie diese Gedanken zustande kamen, welche Folgen sie haben. Das Studium ist keine zwangsläufige Folge, die ein “philosophischer Blick” mit sich bringt, für mich hingegen, war es damals (und auch heute noch) die einzig richtige Entscheidung. Da ich mir das Berufsbild eines Philosophen nur schwer vorstellen konnte und ich zudem auch noch ganz gern unterrichtet hätte, habe ich Philosophie und Ethik auf Lehramt studiert. Die Unterschiede im Studium von Lehramt und Philosophie/Magister im Hauptfach (entspricht, glaube ich, dem heutigen Masterstudium) waren minimal, sodass ich genau das gefunden hatte, was ich wollte. Die langen, schwierigen Texte haben mich übrigens nie abgeschreckt – im Gegenteil! Ich wollte ja gerade mich in Texte hineindenken, die Gedanken nachvollziehen, mit anderen darüber diskutieren – und sei es nur über einen Nebensatz oder eine Fußnote und was der Autor damit gemeint hat bzw. welche Folgen das für die gesamte Theorie hat.

Die Fragen, die ein “philosophische Blick” aufwirft, sind bei mir während des Studiums im Detailreichtum und der Vielfalt aller gelesenen Gedanken in den Hintergrund gerückt. Erst seit ich unterrichte, begegnen sie mir verstärkt wieder – in den Fragen meiner Schüler (und den Fragen meiner eigenen Kinder). Dann merke ich, wie richtig die Entscheidung für mich war, Lehrerin zu werden (-: Nach und nach aber drängten sich diese existentiellen Fragen auch bei mir wieder auf und ich beobachte, wie viel ich durch das Philosophiestudium dazu gewonnen habe. Nicht nur, dass die Fragen sich wiederholen – ich habe eine Fülle von Antworten und weiterführenden Fragen im Kopf.

Ich hoffe, ich kann euch so einen Blick ein Stück weit mitgeben – indem ich euch Anlässe gebe, kurz Distanz zur aktuellen Situation einzunehmen und darüber nachzudenken, Fragen zu formulieren, Antworten gemeinsam im Gespräch oder allein zu finden und diese zu reflektieren.

(Ich hoffe, ich habe die Frage nun hinreichend beantwortet, auch wenn ich weiß, dass sie nicht ganz so ernst gemeint war, wie ich sie nun beantwortet habe.)

0

35

by

(Rolf Dobelli: Fünfunddreißig. Eine MidlifeStory)

Ein ganzes Buch voll von Erinnerungsfetzen, Vereinfachungen, Erkenntnissen, gemischt mit phänomenologischen Analysen eines verregneten Nachmittags/Abends auf einer Parkbank am Züricher See. Alles nur gedacht vom Protagonisten Gehrer. Ich bin (noch) keine 35, aber in einigen Gedanken fand ich mich doch auch schon wieder…

Hier noch ein Absatz zu Gedanken:

„Alles Denken hilflos. Statt dessen Wiederkäuen von Schon-Gedachtem. Fetzen von Schon-Gehofftem, Schon-Erlebtem. Kaleidoskopische Langeweile auch ohne Symmetrie. Amorphes Denken, richtungslos und öd. Warum Denken, wenn es zu keinen neuen Einsichten führt? Manchmal die bange Frage, wer es ist, der da denkt, wenn er denkt.“

Der Autor, so habe ich gelesen, soll sich an Max Frisch orientieren. Hier noch mehr seiner Bücher.

0

Filter, digitale Bevormundung, etc.

by

Stefan Schmitt schreibt auf ZEIT-online in seinem Artikel „automatisch vorsortiert“ über die digitale Bevormundung (was für ein schöner Ausdruck!) durch Google und Facebook. Er zeigt, welche Auswirkungen heutzutage Filter haben und wie diese eingesetzt werden. Dass es bei personalisierter Werbung funktioniert, ist bekannt. Dass es aber auch bei einfachen Google-Suchanfragen greift, hatte ich bisher nur geahnt. An einem Beispiel macht er das deutlich: er lässt Kant, Nietzsche und Foucault googlen. Erst suchen sie nach Teilen aus ihren jeweiligen Werken und dann nach alltäglichen Begriffen – die Suchergebnisse sind, da ja unterschiedliche Interessen vorhanden sind – verschieden. Daraus ergibt sich für Schmitt eine logische Konsequenz: wir werden in unserer Freiheit beschnitten: Das Internet wirft uns nur das zurück, was wir auch sehen wollen – wie ein Spiegel.

Cass Sunstein schrieb: »Unerwartete Begegnungen mit fremden, ja irritierenden Themen und Meinungen sind zentral für die Demokratie und die Freiheit selbst.«

Bei diesem Zusammenhang, der logisch folgt, drängt sich mir ein Gedanke auf: ist das eine Herausforderung, die Schule annehmen sollte? Mit neuen Ideen, unerwarteten Zusammenhängen konfrontieren, für Verblüffungen und Horizonterweiterungen sorgen? Das fände ich ganz spannend…

Und natürlich folgt am Ende wieder der Ruf nach einer Medien-/Technikethik: „Das würde bedeuten: Wer filtert, muss es transparent machen. Wer Relevanz definiert, muss es erläutern. Wer weglässt, muss darauf hinweisen.“

Uns erwartet eine spannende Zeit!

1 2 3 4 5 6 7