Categotry Archives: Gedanken

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abhängig

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Ein Mitbewohner in der WG damals sagte mal „man soll sein Herz nicht so an materielle Dinge hängen“. Meist sagte er das, wenn etwas zerbrochen war: ein Glas, eine Lieblingstasse oder ien Teller. Gelegentlich brachte ich diesen Satz dann auch an, oder dachte ihn bei mir, wenn MIR etwas lieb gewonnenes zerbrach.

Heute dachte ich wieder oft an diesen Satz. Ich vermißte mein Portemonaie. Im Kopf rechnete ich mir schon die jeweiligen Trottelgebühren zusammen, die ich für die Neuerstellung sämtlicher Dokumente zahlen mußte. Ich haßte die übereifrige Postfrau, die mir mein bereits für gestern erwartetes Päckchen (PAKET!!) nur gegen Vorlage des Personalausweises geben wollte, usw.
Am Abend dann ging ich sogar nochmal den gestrigen Weg lang. Wo könnte es sein? Ich wollte gerade bloggen: Wo würden SIE ihr Portemonaie hinlegen, wenn sie nach Hause kommen??? Ich war mir nicht mal sicher, dass ich es gestern abend in der Wohnung noch hatte. Aber wenn man sowas draußen verliert, merkt man das doch, oder???

Ein letztes Mal suchte ich die Wohnung ab, diesmal allerdings nicht aus meiner Perspektive – denn all die Plätze, wo ICH es hinlegen würde, waren leer. Nein, ich krabbelte auf allen vieren … und siehe da: neben der Heizung UNTER einer lange nicht mehr benutzten Tasche lag es und wartete schon auf mich. Der Franz wars.

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5 Jahre Weblog

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Wie alles begann:
ich saß in der Bibliothek und schrieb eine von meinen fünf Hausarbeiten, die man eben so im Hauptstudium schreiben muss (und nicht erst im letzten Semester…) bzw. lernte für Prüfungen – von früh bis spät. Die Bibo-Kontakte waren soweit aufgebaut, dass immer jemand zum Mittagessen und zum Käffschen trinken da war, dazwischen wurde geschlummert gearbeitet. Bei der Recherche saß ich notwendigerweise an einem Computer, vorzugsweise einer mit Internet. Dabei las ich auch immer in Sophias Weblog (das es schon laaaange nicht mehr gibt, sonst wärs verlinkt, liebe Leute). Selbige hatte in DD studiert und ist dann über New York nach Berlin gezogen. Ich kommentierte fleißig und an einem trüben Tag im Oktober entschloss ich mich, selbst ein Weblog einzurichten. (Eine eigene Homepage hatte ich schon in den 90ern) Die ersten Schritte waren holprig, zumal es nur wenige Anbieter gab und ich mich natürlich für einen englischsprachigen entschieden hatte. Es wuchs und wurde mein treuer Begleiter. „Ich blog das“ bekam gelegentlich sogar Drohcharakter. Zwischenzeitlich wurde Gestricktes, Gefilztet, Geköcheltes und Gebackenes ausgelagert. Gefolgt von Cleos Weblog, welches ja in diesem Jahr Zuwachs bekam.
Mit Freuden blättere ich im Archiv :-), erinnere mich gern an Sätze wie „Das waren Kosten, die mußten nicht sein“ oder „Ich kauf mir morgen Zink“. Hach ja 🙂 5 Jahre (das ist manchen sein ganzes…).
Liebes Publikum, ich weiß, dass es euch tatsächlich noch gibt ;-), habet Dank für einige nette Kommentare, gelegentliche Diskussionen und für vorbildliche Zurückhaltung (das erspart mir ungemein Arbeit) 🙂 Ich freue mich, Sie bald wieder hier begrüßen zu dürfen.
(wir kommen hier von einer Feierei zur nächsten)

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Lieber Patrick K.,

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Vor fast 10 Jahren wohnten wir zusammen in meiner ersten WG. Für dich war es nicht die erste, die Mitbewohner kamen und gingen. Ich bin jetzt so alt wie du damals und mag gar nicht darüber nachdenken, mit jemandem in meinem Alter damals zusammen wohnen zu müssen. Aber es war ja deine Entscheidung und ich bedanke mich, dass du mir nicht täglich gesammelte Lebensweisheiten um die Ohren gehauen hast.
Ich denke gern daran zurück – war es doch mein erster Schritt zur Selbständigkeit. Es war eine 3-Raum-wohnung in einem sanierten Altbau. Ich hatte ein möbliertes Zimmer für 9 Monate und mein ganzer Kram passte in einen blauen Trabbi.

Du hast dir immer eines der herrenlosen Fahrräder im Keller für Fahrten in die Stadt „ausgeliehen“. Da ich einmal spät dran war tat ich das auch – und erwischte natürlich deins, was auch kein Kunststück war, denn die anderen hatten alle irgendwelche Macken: keine Luft, kein Sattel, etc. (was ich aber nicht sah, denn der Keller war dunkel und verwinkelt) So kam ich rechtzeitig ins Kino am Hauptbahnhof (das es inzwischen schon lange nicht mehr gibt) um Delikatessen zu sehen. Du wolltest auch dahin, hast aber den Anfang verpasst :-/
Nachdem du also sehr oft mit dem Rad unterwegs warst, hast du dich zu einer Generalüberholung entschlossen: alles wurde gesäubert, diverse Elemente repariert oder ausgetauscht. Es sah nachher aus wie neu! Am nächsten Tag wurde es dir geklaut.
Ich könnte noch weiter Schreiben, denn ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dieser Zeit und dieser WG. Gerade heute musste ich daran denken, denn hier liegt der Duft von damals in der Luft: in der trüben und kalten Jahreszeit gab es oft Yogi-Tee. So auch heute bei uns. Ich danke dir herzlich für die Bekanntschaft mit diesem wohligen Gesöff und hoffe, du bist noch immer bei der Musik.

In Erinnerungen schwelgend
ma.y

edit: google find ich toll

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belauscht

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gestern im zug

zwei männer belauscht. arbeitskollegen.

„… und einen fleißigen weihnachtsmann wünsche ich dir.“ – „ja, dir auch“

kurz überlegt und gedacht, dass sie wohl neben der realität leben. überall wird ausgemacht, dass man sich nur kleinigkeiten schenkt. und die bringt dann auch nicht der weihnachtsmann. (das sollte man in dem alter schon wissen)

aber sicher war es nur als floskel gemeint. (und ich denke zuviel)

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herbst

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herbst

vor dem küchenfenster stehen zwei große lärchen. jeden morgen beim frühstück fällt mein blick darauf und eine frage drängt sich immer wieder auf: warum pflanzen die leute lärchen? gerade jetzt im herbst finde ich diese bäume regelrecht unverschämt! dass laubbäume im herbst ihre blätter verlieren und trostlos herumstehen, finde ich schon traurig. aber wenn dann auch noch ein nadelbaum seine lichtsammler braun färbt um sie auch noch abzuwerfen und für mindestens 5 monate als gerippe die landschaft zu verschandeln, finde ich geradezu deprimierend!

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Quantitative Ordnung von Medien

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Quantitative Ordnung von Medien

ma.y hat sich da was überlegt …

wenn man davon ausgeht, dass auf der einen Seite Sender, auf der anderen Seite der Empfänger und dazwischen das Medium steht, kann man Medien auch nach der Zahl der Sender/Empfänger ordnen

– 1 Sender – 1 Empfänger: z.B. Brief, Buch, SMS, Mail, Telefon

– 1 Sender – viele Empfänger: z.B. Weblogs, Lautsprecherdurchsagen,

– viele Sender – viele Empfänger: z.B. TV, Radio, Zeitung

finde ich eine ganz brauchbare Unterscheidung. Thomas hatte nach Funktion sortiert, auch das finde ich ganz nützlich.

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dann wurde beim Arbeitskreis die Frage aufgeworfen, ob es auch die Variante

– viele Sender – ein Empfänger gibt

z.B. beten 😉

(anmerkungen und kommentare bitte zu philo.blogger, dort ist der beitrag genauso)

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Weihnachtslied, chemisch gereinigt

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Weihnachtslied, chemisch gereinigt

Erich Kästner

Morgen, Kinder, wird’s was geben!

Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.

Mutter schenkte euch das Leben

Das genügt, wenn man’s bedenkt.

Einmal kommt auch eure Zeit.

Morgen ist’s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.

Reiche haben Armut gern.

Gänsebraten macht Beschwerden.

Puppen sind nicht mehr modern.

Morgen kommt der Weihnachtsmann.

Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bißchen durch die Straßen!

Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.

Christentum vom Turm geblasen,

macht die kleinsten Kinder klug.

Kopft gut schütteln vor Gebrauch!

Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen.

Lernt drauf pfeife, werdet stolz!

Reißt die Bretter von den Stirnen,

denn im Ofen fehlt’s an Holz!

Stille Nacht und heil’gen Nacht:

Weint, wenn’s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen Kinder, wird’s was geben!

Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!

Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!

Gott ist nicht allein dran schuld.

Gottes Güte reicht so weit …

Ach, du liebe Weihnachtszeit!

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