Categotry Archives: Film

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Ethik-Links im Mai

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Und sogleich folgen meine gesammelten Links zum Fach Ethik / Philosophie in den letzten vier Wochen.

 

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Medienethik: Umgang mit personenbezogenen Daten / Noam Chomsky

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Zeitungsente von Metropolico.org / Quelle / Lizenz: CC-by-SA 2.0

Ich habe gerade in meiner Ethikgruppe 7 das Thema Medienethik. Hier sind ein paar gute Quellen und sehr anschauliche Beispiele:

In der Klasse 12 habe ich ebenfalls gerade ein ähnliches Thema. Dort geht es um das Propagandamodell von Noam Chomsky, S. 51. Sehr interessant zu Noam Chomsky, aber leider kommt das Thema „intellektuelle Selbstverteidigung“ nicht zur Sprache: das Interview mit Tilo Jung von Jung und Naiv mit Noam Chomsky:

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White Charity

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Bei der Vorbereitung für meinen Geographie-Oberstufenkurs bin ich wieder auf den Film White Charity gestoßen. Es geht um die Darstellung von schwarz und weiß auf Spendenplakaten. Aus diesen Plakaten und den weiteren Darstellungen in Medien entsteht unser Bild von Afrika, so die These des Films. Themen wie Rassismus, koloniales Erbe, Machtdarstellung, etc. werden angesprochen.

Der Film ist recht lang, fast 50 Minuten. Wir haben etwa 30 davon im Unterricht geschaut, zum Thema Entwicklungshilfe / Entwicklungszusammenarbeit. Für mich geht es dabei auch darum, dass die Schüler verstehen, welche Aspekte, teilweise auch unbewusste, bei Spendenaktionen etc. mitschwingen. Es geht auch um die Frage, ob Leute überhaupt spenden würden, wenn die Werbung anders aussehen würde.

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man müsste viel mehr bloggen…

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… das nehme ich mir immer wieder vor. Gleichzeitig finde ich es immer wieder schade, dass ich zwar viele Informationen aufnehme, viel lese und höre, es dann aber nicht wieder finde. Gerade bei Podcasts oder bei Filmen, die ich höre oder sehe, müsste ich viel mehr aufschreiben oder speichern – und auch, was ich daraus gelernt habe. Ich fange gleich mal an. (Mal sehen, wie es weitergeht.)

Heute bin ich auf der Suche nach Informationen über Äthiopien über eine Folge „Mit offenen Karten“ zu Eritrea gestoßen. Beide Länder teilen sich eine Geschichte.

Neu gelernt habe ich, dass Äthiopien zeitweise unter italienischer Kolonialherrschaft stand. Da die Italiener aber nicht das ganze Land kontrollierten, sieht es die äthiopische Geschichtsschreibung als „Besetzung“ und nicht als Kolonialisierung an. Sie sehen Äthiopien als einziges Land in Afrika an, das nie unter kolonialer Herrschaft stand. Offensichtlich ist das also Ansichtssache.

(Der Film ist zur Zeit leider nicht online verfügbar. Falls er wieder online ist, findet ihr ihn bei Youtube unter den Suchworten „Mit offenen Karten“ und „Eritrea“. Viel Erfolg!)

 

Nebenbei habe ich einiges über die Ursachen der Flucht aus Eritrea gelernt.

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Die Biosprit-Lüge

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Auf der Suche nach Beispielen zur Globalisierung und ihre Folgen bin ich über die folgende Doku gestolpert: Die Biospritlüge. Der Film ist von 2009, dennoch leider weiterhin aktuell. Es geht um Indonesien und die Rodung von Regenwald zur Herstellung von Biotreibstoff. Von den im Film angesprochenen Alternativen habe ich noch nichts gehört. Die im Film genannten Widersprüche sind mir beim Schauen auch direkt aufgefallen. Wie gesagt: Leider sehr aktuell.

 

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gelesen: Das große Heft

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2014-05-02 17.30.52

 

An einem Tag las ich Agota Kristófs Roman „Das große Heft“ aus dem Jahr 1986. Es ist der erste Teil einer Trilogie. Immer wieder musste ich es weglegen, weil die Bilder, die es erzeugte zwar sachlich erzählt aber gleichzeitig zu erschütternd waren.

Das große Heft ist ein Heft, welches sich zwei Jungen, Zwillinge zulegen, um ihre Erlebnisse darin zu notieren. Während des 2. Weltkrieges werden sie von ihrer Mutter aus „der großen Stadt“ zu ihrer Großmutter, die von allen „die Hexe“ genannt wird, in die kleine Stadt geschickt. Dort sind sie, im Alter von 8 oder 9 Jahren, weitgehend auf sich allein gestellt. Sie erschaffen sich ihre eigene Welt indem sie sich gegenüber physischen und psychischen Schmerzen durch „Übungen“ immun machen. Sie verstärken sich gegenseitig und richten sich nach ihren eigenen moralischen Maßstäben. Gefühle versuchen sie sich bewusst abzutrainieren. Die einzelnen Kapitel des Buches sind kurze Aufsätze, die sie sich gegenseitig als Aufgabe stellen und korrigieren. Erst wenn die Aufsätze vom anderen als „gut“ bewertet werden, dürfen sie ins große Heft. Kriterien dafür sind die sachliche Richtigkeit und die Unabhängigkeit von Gefühlen. Die Sprache im Roman ist demzufolge sehr sachlich und emotionslos. Unglaublich grausame Ereignisse, gerade im Leben von Kindern, werden so nüchtern erzählt, dass ich das Buch öfters aus der Hand legen musste. Denn die Sprache erstellte in meinem Kopf eigene Bilder, die ich nicht einfach so wegschieben konnte. Dennoch hatte ich den Roman am Abend ausgelesen. Das Ende – ganz ehrlich: es hallt immer noch nach. Solch eine Grausamkeit wird so neutral erzählt. Unglaublich!

Der Roman wurde vor 2 Jahren verfilmt.

Zu Agota Kristóf: Eine ungarische Schriftstellerin, die 1953 in die Schweiz emigrierte, dort jedoch nie ihre Heimat fand. 2011 starb sie in der Schweiz. (wikipedia)

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Hobbes in Balance

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Thomas Hobbes beschäftigt uns immer wieder im Ethikunterricht der Klassenstufe 10 (früher 11) mit seinem Leviathan. Es ist eine der ersten Vertragstheorien der Neuzeit, sie ist noch nicht so kompliziert wie die späteren. Wir begeben uns mit ihr an einen Punkt des abendländischen Denkens, (der aus heutiger Sicht) wichtig für nachfolgende Philosophen erscheint. Hobbes lebte im 16. und 17. Jahrhundert, seine Lebenszeit ist einerseits geprägt von Kriegen, andererseits von technischen Fortschritten (und damit einhergehend: Änderungen des Weltbildes).

von Anarkman at fr.wikipedia [Public domain], vom Wikimedia Commons

Zum Leviathan ganz kurz: Ausgangspunkt ist ein (gedachter) Naturzustand, in dem die Menschen zusammenleben. Dieses Leben ist gekennzeichnet von Angst um das eigene Wohl und um das Eigentum, denn jeder hat ein Recht auf alles und kann sich und das Seine verteidigen. Ein Kampf aller gegen alle besteht. Diesem Kriegszustand setzt Hobbes einen Gesellschaftsvertrag entgegen: Jeder gibt sein Recht auf Selbstverteidigung (und in Teilen damit auch seine Freiheit) und und erhält die Garantie seiner Sicherheit sowie das Recht auf Eigentum. Die Menschen geben also ihren Einzelwillen ab und gehen im Gemeinschaftswillen auf. Diese Gemeinschaft wird repräsentiert durch den Leviathan, sehr schön auf dem Deckblatt des Buches als Herrscher über alle Menschen (Köpfe machen den Körper) in weltlicher und kirchlicher Macht dargestellt. Spannend sind auch das Menschenbild (egoistisch, gewalttätig, etc.) und die aus dem Vertrag folgenden ethischen Maßstäbe (ethischer Egoismus).

Die Beschäftigung mit Hobbes lief bisher in meinem Unterricht jedes Jahr anders ab: ein Vortrag, den Text komplett lesen, die Texte in Gruppen lesen, die Radio-Wissen-Sendung von Bayern2 hören, etc. Dieses Jahr probiere ich es mal mit einem Kurzfilm zu Balance (den Film findet ihr auf Youtube unter wechselnden Adressen). Balance ist ein Kurzfilm von 1989, der eine Gemeinschaft von 5 monochromen Personen darstellt, die zunächst in Harmonie leben (dargestellt am Angeln). Eine der Personen angelt eine Kiste, die sich als rotes Musikabspielgerät entpuppt. Der Kampf aller gegen alle beginnt. Das Ende verrate ich euch nicht, der Kurzfilm geht nur 8 Minuten (und hat übrigens sogar einen Kurzfilm-Oscar bekommen) ;). Die Aufgabe, nach der Analyse der verschiedenen Elemente des Films und mögliche Deutungsebenen, besteht für meine Schüler nun darin, die Theorie von Hobbes zur „Lösung“ des Kampfes zu nutzen und neu filmisch umzusetzen. Zunächst zeichnen die einzelnen Gruppen (je 3-4 Schüler) ein Storyboard bevor sie mit dem Filmen beginnen. Dabei nutzen die Schüler die digitalen Endgeräte, die sie sowieso in der Tasche haben.

Die einzelnen Schritte der Aufgabe:

  1. Analysiere die einzelnen Gegenstände sowie deren Bedeutung im Kurzfilm Balance. –> Besprechung im Plenum
  2. Lies den Text zu Hobbes‘ Theorie und ergänze die Übersicht. –> Besprechung in der Gruppe und im Plenum
  3. Informiere dich darüber, wie und warum ein Storyboard gezeichnet wird. 
  4. Sammelt in der Gruppe erste Ideen für euren Kurzfilm (Figuren, Umgebung, Handlung).
  5. Erstellt in der Gruppe ein Storyboard und diskutiert es (einzelne Szenen aufteilen und jeder zeichnet seinen Teil).
  6. Dreht euren Kurzfilm (evtl. Nachbearbeitung am Computer) –> Besprechung und Präsentation im Plenum

Heute, ausgerechnet am Tag des digitalen Lernens steht der letzte Schritt an. Ich bin gespannt! Für mich notiere ich zumindest schon mal eine Aufgabe: ich werde die Möglichkeiten mit dem Ipad kurze Filme zu drehen ausloten. Da gibt es sicher ganz tolle Apps, die ich mir bisher aber noch nicht angeschaut habe.

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Filme, gesehen #Philosophenkino

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Hannah Arendt: guter Film über den Besuch der jüdischen Philosophin Hannah Arendt in Jerusalem, ihre Berichterstattung und Gespräche über den Eichmann-Prozess. Ich war erstaunt, dass es ein Film schafft, eine Philosophin zu porträtieren ohne ihre Gedanken zu stark zu vereinfachen.

Nachtzug nach Lissabon: vor 6,5 Jahren las ich das Buch, inzwischen gibt es den Film dazu. Der Film orientiert sich stark am Roman – auch hier geht es um einen Gymnasiallehrer, der aufgrund einer zufälligen Begegnung eine Reise nach Lissabon unternimmt und die Lebensgeschichte eines Buchautors in dessen Heimatstadt nachvollzieht. Begleitet wird der Film natürlich mit grandiosen Landschafts- und Stadtaufnahmen, sowie mit einer Liebesgeschichte.
Das Buch schrieb der Philosoph Peter Bieri unter dem Pseudonym Pascal Mercier. Er schrieb auch das „Das Handwerk der Freiheit“ und die Theorie, dass man nicht von Anfang an Freiheit besitzt, sondern sie sich reflektierend und bewusst handelnd erarbeiten muss, findet man auch im Roman/Film wieder.

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gesehen: Filme (im Kino)

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(für die interne Statistik)

  • Joschka und Herr Fischer (von Pepe Danquart, der Regisseur des großartigen Kurzfilms „Schwarzfahrer“): ein sehr schön visualisiertes Stück deutscher Geschichte.
  • Mondverschwörung: lustig machen kann sich jeder, aber einen ernsten Film über das Thema zu drehen und die Personen so zu nehmen wie sie sind (sie disqualifizieren sich ja schon durch ihr Auftreten) macht die Stärke des Films aus. sehr unterhaltsam.
  • Pina: toller Film über eine sehr beeindruckende Frau
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