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Philosophie zum Hören

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Philosophische Texte können ganz schön anstrengend sein … zum Glück (für meine Schüler) gibt es inzwischen immer wieder mal Podcasts, die einem die schwierigen Inhalte durch die Ohren ins Gehirn quasseln. Hier eine (sicher unvollständige) Liste:

  • Soziopod: Grimmepreisprämierter Podcast, leider lässt die Tiefe der angesprochenen Inhalte in den letzten 2-3 Folgen sehr zu wünschen übrig, die einzelnen Episoden sind sehr lang
  • Funkkolleg Philosophie: gut gemachte Sendungen zu vielen Themen der Philosophie und Ethik, jede Folge ist knapp 30 Minuten lang
  • Bayern 2 Radiowissen: Sendung, die jeden Tag auf Bayern2 kommt, gelegentlich sind philosophische Themen oder die Vorstellung von einzelnen Philosophen dabei. Zu einigen der Sendungen gibt es didaktisch aufbereitetes Material. Auch hier sind die Folgen knapp 30 Minuten lang.
  • einfach logisch: Sendung von BR alpha zur Logik
  • Das philosophische Radio: eine Sendung mit Jürgen Wiebicke bei WDR5, in jeder Sendung ist ein Gast mit dem über ein bestimmtes Thema diskutiert wird. Jede Sendung geht 55 Minuten.

Aus den Kommentaren: eine Sammlung von philosophischen Podcasts plus Suchfunktion nach philosophischen Inhalten in allen Podcasts. Danke an Tom!

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#COER15

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Aktuell läuft der zweite MOOC zu offenen Bildungsressourcen (OER): COER15. Ich war 2013 schon dabei, habe dabei reichlich gebloggt und freue mich heuer auf neue, spannende Entdeckungen. coer13

In den ersten beiden Wochen komme ich mir wie ein Streber vor, da ich gleich bis zum Quiz runterscrollte und sie mit 100% löste. Deshalb habe ich letzte Woche etwas im zugehörigen Forum rumgeschrieben. Leider ist das Forum aBildschirmfoto 2015-05-11 um 22.19.14lles andere als nutzerfreundlich gestaltet. Das dämpft die Freude darin etwas zu schreiben erheblich.  Allerdings, das muss ich zugeben: die beiden Initiatoren Sandra Schön und Martin Ebner kümmern sich um ihr Forum – wenn Fragen sind, die die Community nicht lösen kann, bekommt man recht schnell eine Antwort.

Momentan läuft schon die zweite Woche und es geht um das Auffinden von OER. Die beiden Videos dieser Einheit, in der selbstredend auch das ZUM-Wiki genannt wird, sind mir noch aus dem COER13 bekannt. Ich hoffe also auf das Forum 😉

 

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Educamp Stuttgart #ecstg15

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Am vergangenen Wochenende fand das Educamp erstmals im Süden von Deutschland statt, in Stuttgart. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! Da Kind3 noch recht klein ist, meldete ich mich/uns für Samstag an. In einem Anflug von Tatendrang trug ich mich in die Helferliste für den Empfang ab 8:30 Uhr ein. So fuhr ich kurz vor 7 Uhr los. Da die Straßen frei waren, kam ich sogar schon recht früh an und wurde gleich zum Pfeile-malen eingeteilt:

Anschließend stand ich mit Jörg Lohrer am Empfang, zeitweise mit K3. Das Foto allerdings entstand ohne ihn:

Nach der obligatorischen Stärkung mit dem leckeren Frühstück von Esskultur gab es die Eröffnungsrunde. Wie bei jedem Barcamp in Stuttgart stand Jan Theofel auf der Bühne und erklärte, was ein Barcamp ist, wie der Tag abläuft, wer die Sponsoren sind, etc. Es folgte die Vorstellungsrunde der Teilnehmer. Meine Tags waren #ZUM.de #Philosophie und #Wiki, die Tags von K3 waren #essen #schlafen #kacken. Damit waren seine Tätigkeiten beim Educamp vollständig umrissen 😉 Bei der Vorstellung der Sessions merkte ich schon, dass es da ein kleines Problem gibt:

Folgende Sessions besuchte ich:

Aus den von mir besuchten Sessions (auch die, in denen ich nur kurz drin war), nahm ich viele Anregungen mit. So finde ich z.B. André Hermes‘ Strategie, das Digitale an seine Kollegen heran zu bringen ganz spannend und ich werde mir einiges davon aufgreifen. Neben den Sessions war auch genügend Zeit für Pausen – super! jeweils eine halbe Stunde!. In diesen Pausen konnte ich einen Teil meiner Twitter-Timeline kennen lernen oder wieder treffen. Nun habe ich wieder ein paar mehr Gesichter zu den Tweets. Außerdem hat sich meine Liste der Twitterer, denen ich folge, nach dem Educamp wieder etwas gefüllt. Danke den Organisatoren und Sponsoren des Educamps. Es war wieder ein Erlebnis! 🙂

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Hintergrund: ZUM-Interviews

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Immer wieder wenn ich bei Tagungen oder Konferenzen bin, stelle ich durch die Rückfragen fest, dass kaum jemand weiß, wer sich hinter der ZUM verbirgt. Der Name Zentrale für Unterrichtsmedien e.V. führt da wohl auch etwas in die Irre: man stellt sich ein renommiertes Institut vor, bei dem Menschen in einem Großraumbüro hinter ihren Computern sitzen und arbeiten. Doch weit gefehlt: die ZUM ist ein Verein von ehrenamtlich arbeitenden Lehrern, Hochschuldozenten, etc. Alle haben einen Job und die ZUM ist sozusagen ihr Hobby. Jeder hat eine andere Motivation, mitzuarbeiten. Die ZUM gibt es seit 1997, der Verein hat aktuell 246 Mitglieder. Mitgliedsbeiträge gibt es keine, wichtig ist uns die aktive Mitarbeit auf den ZUM-Seiten. Was die Menschen bewegt sich bei der ZUM zu engagieren, an welchen Seiten sie arbeiten und welche Seiten sie unbedingt weiterempfehlen würden erfrage ich zur Zeit in wöchentlichen ZUM-Interviews. Dabei stellen sich ganz unterschiedliche Menschen vor und auch für mich ist es interessant zu lesen, was sie auf meine Fragen antworten. Die Fragen schickte ich per Mail und nach und nach kann man nun die Antworten auf unserem neuen ZUM-Portal im ZUM-Blog lesen. Bisher gab es 12 Interviews, morgen vormittag veröffentliche ich das 13.:

  1. Heinz-Willi Jansen – Mr. Schach
  2. Marco Bakera – arbeitet im Wiki an Mathe- und Informatikseiten mit
  3. Walter Böhme – er initiierte die Lehrerbloggerliste im ZUM-Wiki
  4. Margit Fischbach – die ZUM-Gründerin
  5. Nadine Anskeit – im Vorstand, arbeitet schon in der Grundschule mit Wikis
  6. Andreas Kalt – ein Geographiekollege, der auch mit seinen Kursen in Wikis arbeitet
  7. Andrea Hoffkamp – Gründerin eines Mathematikwikis
  8. Dieter Welz – erstellte die DWU-Materialien
  9. Jean-Pol Martin – Begründer von Lernen durch Lehren (LdL)
  10. Bettina Louis – im Bereich der Erwachsenenbildung tätig
  11. Alexander Imig – DaF-Lehrer in Japan
  12. Thomas Nolte – Religionslehrer, betreut u.a. die Relpaed-Mailingliste
  13. Dieter Umlauf – erstellt ITunesU-Kurse

Lest ruhig mal rein 😉 Die ZUM-Interviews sollen zeigen, dass es ganz unterschiedliche Menschen sind, die sich bei der ZUM einbringen und dass jeder seine eigene Motivation hat. Außerdem zeigen sie sehr schön, dass jeder an seinem Rechner zu Hause arbeitet, es aber ganz viele Schnittpunkte gibt. Echte Begegnungen finden z.B. beim jährlichen Mitgliedertreffen statt. Die persönliche Begegnung von Gleichgesinnten ist immer wieder eine Bereicherung. Als Lehrer kocht man ja doch öfter sein eigenes Süppchen, der Blick in andere Schularten ist eher gering und auch die Digitalisierung ist in den Schulen noch nicht so weit fortgeschritten, wie sie sein könnte. Gerade letzteres spielt bei den Treffen keine Rolle – jeder ist in Digitalien zu Hause. In der ZUM bringt jeder seine Stärken ein und der Austausch motiviert weit über die Treffen hinaus.

 

Und das schreibe ich heute, da gerade das ZUM-Wiki-Seminar an diesem Wochenende statt fand, an dem ich wegen Kind3 nicht teilnehmen konnte. Ich hoffe auf das ZUM-Treffen im Herbst 🙂

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Gelesen: Agota Kristof

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Die dritte Lüge ist der dritte Teil (Teil 1 und 2) der Trilogie um die (angeblichen?) Zwillingsbrüder. Der dritte Teil spielt noch mehr mit der Verwirrung, ob es nun zwei Brüder sind und welcher Teil der Geschichte wahr sein könnte. Überraschend ist das dann nicht mehr.

Was mich mehr begeistert hat: Gestern. Erzählt wird die Geschichte  von Sandor und Line, wobei auf Anhieb nicht so ganz klar ist, wer überhaupt existiert und wieviel der Geschichte nur im Kopf von Sandor (oder eines anderen?) ausgetragen wird. Wie schon zuvor: die karge Sprache von Agotha Kristof lässt viel Raum für Bilder im Kopf des Lesers. Ich mag das.

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gelesen: Peter Bieri – Wie wollen wir leben?

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Das schmale Bändchen umfasst knapp 90 Seiten und drei Vorlesungen von Peter Bieri. Die drei Vorlesungen beschäftigen sich mit

  • Was wäre ein selbstbestimmtes Leben?
  • Warum ist Selbsterkenntnis wichtig?
  • Wie entsteht kulturelle Identität?

Besonders die erste Vorlesung nötigt den Leser zu differenzierter Selbstreflektion, indem hinterfragt wird, welche inneren und äußeren Zwänge auf einen selbst wirken, wie man sich ausdrückt, wo der eigene moralische Standpunkt liegt und welchen Einfluss andere Menschen haben. Die zweite und dritte Vorlesung lassen immer wieder den Essay „Wie wäre es gebildet zu sein“ anklingen.

Interessant fand ich den Gedanken der moralischen Identität, der in allen drei Vorlesungen eine Rolle spielt. In der dritten Vorlesung wird er zu einem Dilemma zugespitzt: Durch einen vorher (und auch im oben erwähnten Essay erläutert) formulierten Gedankengang gehört es zur Bildung, mir über die Zufälligkeit der Einflüsse bewusst zu sein und mich aktiv mit ihrem Entstehen und Wirken auseinander zu setzen. Ebenso ist mein moralischer Standpunkt zufällig der eines Westeuropäers mit eben diesen Werten. Das Spannende daran ist nun folgendes: „Ich weiß von der historischen Bedingtheit meiner Anschauungen und also von ihrer Relativität, und doch kann ich nicht anders, als sie absolut zu setzen, denn sonst ginge die Ernsthaftigkeit meiner Überzeugungen verloren. Es ist dieser Zwiespalt, aus dem heraus man sich entschließen kann einzugreifen, wenn nötig mit Gewalt. Kulturelle Identität kann hier Tod bedeuten.“ (S. 77) Es geht also darum, sich die eigenen Werte und ihre Entstehung im historischen und persönlichen Kontext bewusst zu machen und trotzdem oder gerade deshalb dafür einzustehen. Sokrates klingt hier an.

Ich hänge noch an der folgenden Aussage fest, die für mich eher nach einer These klingt, die es zu diskutieren gilt: „Durch Sprache werden wir zu Wesen, die begründen können, was sie sagen – also zu vernünftigen, denkenden Wesen.“ (S. 67) Hier wird der Sprachgebrauch als Grundlage der Vernunft postuliert. Ist dieser Kausalzusammenhang zwingend?

Alles in allem ein Lesevergnügen, dass mich als Leser immer wieder inne halten ließ um über das Gelesene und meinen Bezug dazu nachzudenken.

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Utopie und Lizenzen

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Vor einigen Monaten wurde ich nett angeschrieben, ob ein von mir auf Flickr gepostetes Bild für die Pfingstakademie in Berlin zum Thema „Wie wir leben wollen? Zukunftsvisionen, Utopien, Alternativen“ verwendet werden darf.

(Dabei stellte ich fest, dass ich meine alten Flickr-Bilder noch unter CC BY NC SA lizenziert habe. Das werde ich ändern und das NC weg nehmen.)

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Da die Veranstaltung Sponsoren hat, kann man nicht von nichtkommerziell reden. Deshalb fand ich es sehr nett, dass nachgefragt wurde, ob das Bild für Postkarten, die auf die Veranstaltung hinweisen, verwendet werden darf. Das ist nicht selbstverständlich und ich habe es schon anders erlebt. In meinem grenzenlosen Optimismus schrieb ich, dass ich gern auch eine der fertigen Postkarten hätte. Tatsächlich bekam ich gestern drei Postkarten und bin sehr begeistert, dass auch das nicht vergessen wurde. So macht Creative Commons Spaß 🙂

Falls ihr in der Nähe von Berlin wohnt, lohnt sich ein Blick auf die Veranstaltung. Vielleicht kennt ihr junge Menschen, die daran Interesse haben.

 

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Blogserie Kurzfilme: Schwarzfahrer

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(hier gehts zur kompletten Blogserie)

Der Film Schwarzfahrer ist wohl den meisten Ethiklehrern bekannt. Ich will ihn trotzdem nochmal hier aufnehmen. Der Kurzfilm von 1994 bekam ebenfalls (wie auch Balance 5 Jahre vorher) einen Oscar. Er ist etwa 10 Minuten lang. In dem schwarz/weiß-Film sieht man in eine berliner S-Bahn verschiedene Menschen einsteigen. Es steigt unter anderem eine betagte Frau ein, die sich wegen Platzmangel gezwungen sieht sich neben einen dunkelhäutigen jungen Mann zu setzen. Während der ganzen Fahrt lässt sie ihren Tiraden freien Lauf – darin äußert sich jene diffuse Angst vor allem Fremden, die – wie an Pegida neuerlich wieder deutlich wird – in den Köpfen der Menschen herum geistert. Im Verlauf des Films steigt ein Fahrkartenkontrolleur ein. Die Dame nimmt ganz pflichtbeflissen ihren Fahrschein heraus und wenn man als Zuschauer dann 30 Sekunden verträumt, verpasst man die Pointe dieses Films.

Im Unterricht setze ich den Kurzfilm beim Thema Vorurteile, Rassismus, Kommunikation in der Klassenstufe 9 ein.

Eine Möglichkeit der Umsetzung:

Vor dem Film lasse ich die Schüler darüber spekulieren, was mit dem Filmtitel gemeint sein könnte. Manchmal kommen hier schon erste Ansätze der Doppeldeutigkeit zum Vorschein. Nach der Eingangssequenz – nachdem alle eingestiegen sind – halte ich kurz an und frage, wer der Schwarzfahrer sein könnte. Nach der dritten Sequenz stoppe ich wieder den Film und wir diskutieren darüber, welche Äußerungen die Frau bringt, wie diese einzuordnen sind, was alles noch dabei mitschwingt, wie die Klasse darauf reagieren würde, wie die anderen Fahrgäste reagieren sollten. Nach dem Film gehen wir dann nochmal auf genau diese Fragen ein: Wie verhalten sich die übrigen Fahrgäste, wie hättet ihr euch gefühlt, was hättet ihr getan, gefällt uns das Ende (warum, warum nicht)?

Alternativen dazu:

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Blogserie Kurzfilme: What is that?

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(Hier geht’s zur gesamten Blogserie)

What is that? (Τι είναι αυτό;) 2007 from MovieTeller on Vimeo.

Heute könnt ihr euch den kompletten Kurzfilm anschauen. Er ist griechisch mit englischen Untertiteln. Alles ist recht leicht verständlich. Der Kurzfilm geht fünfeinhalb Minuten.

Der Film handelt von einem alten Vater, der mit seinem Zeitung lesenden Sohn auf einer Gartenbank sitzt. Vor den beiden hüpft und fliegt ein Spatz durch den Garten. Der Vater fragt „Was ist das?“, der Sohn antwortet: „Ein Spatz“. Der Vater fragt dieselbe Frage jedoch immer wieder. Irgendwann wird der Sohn sehr ungehalten bei seiner Antwort. Da steht der Vater leise auf und holt ein Tagebuch, das er schrieb, als der Sohn sehr klein war. Er stellte damals auch immer wieder dieselben Fragen und der Vater beschrieb, wie er geduldig und liebevoll antwortete. Einsicht des Sohnes, Ende.

Ich nutze den Kurzfilm in der Klassenstufe 9 beim Thema Altern. Zunächst gebe ich 4 Screenshots der Schlüsselszenen auf einem A4-Blatt aus und lasse die Schüler eine eigene Geschichte dazu erfinden. Diese werden besprochen.  Es geht nicht darum, die Geschichte vorher schon so gut es geht zu erraten, sondern genau zu überlegen, was könnte der Auslöser für den Zorn des Sohnes und für die anschließende Versöhnung sein.  Dann schauen wir uns den Film gemeinsam an. Im Unterrichtsgespräch wird der Kurzfilm nacherzählt und die verschiedenen Reaktionen analysiert. Anschließend thematisiere ich meist die Rolle der Generationen – was können wir von älteren Menschen lernen, wie sollten wir ihnen begegnen, was könnten wir älteren Menschen beibringen, etc.

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