0

Blogserie Kurzfilme: das Floß

by

(hier geht’s zur gesamten Blogserie, dem Wieso und Warum)

Das Floß ist ein Animationsfilm von 9 Minuten Länge. (Ok, hier doch ein Bezugshinweis: er ist auf der DVD Shocking Shorts 3 drauf.) Es geht um zwei Seefahrer, Ernest und Marty, die einen Schiffbruch auf hoher See überlebt haben. Nun treiben sie, vom Hunger geplagt auf ihrem Floß über den Ozean. Als einer jedoch einen Fisch fängt, bricht ein Verteilungskampf mit tödlichen Folgen aus.

Der Kurzfilm eignet sich u.a. bei Fragen nach der Gerechtigkeit, aber auch zur Unterscheidung von deontologischen und teleologischen Begründungen für Handeln. Meist halte ich genau zu dem Zeitpunkt den Film an, als einer der beiden im Wasser liegt, sich der Hai nähert und gleichzeitig die Möwe auf dem Floß den Fisch stehlen will. Welche Handlungsoptionen bestehen und welche Begründungen könnten dafür gegeben werden? Diese werden auf Kärtchen geschrieben und nach den o.g. Begründungsmodellen geordnet. Die anschließende Diskussion ergibt meist, dass eine ausgewogene Meinungsvielfalt: Freund retten ist genau so vertreten wie Fisch retten.

Weitere Anregungen zur Arbeit mit dem Kurzfilm:

  • Verfasse einen Nachruf auf eine der beiden Hauptfiguren.
  • Versetze dich in die Rolle von Ernest oder Marty. Kommentiere mündlich den Film aus deiner Sicht. Formuliere dabei auch innere Monologe, Bewertungen und Einschätzungen der Handlungen sowie die eigene Rolle und die des Freundes.

 

3

Blogserie: Kurzfilme im Ethikunterricht

by

 

Kurzfilme sind kurze Filme. Soweit klar. Aber warum sollte ich sie im Ethikunterricht einsetzen? Fangen wir von vorn an: Laut Definition sind Kurzfilme Filme mit einer Länge bis 30 Minuten (in einigen Definitionen sogar bis 60 Minuten), die meisten sind aber 5-15 Minuten lang. Es gibt bei Kurzfilmen dieselben Gattungen wie bei Langfilmen: Kurzspielfilm, Experimentalfilm, Animationsfilm, Tatsachenfilm, Industriefilm (z.B. Werbung, Musikclips). Für den Unterricht eignen sich Kurzfilme besonders gut, weil sie meist nur einen Erzählstrang haben, diesen kurz und prägnant darbieten. Außerdem wird die normale Aufmerksamkeitsspanne sowie die Unterrichtszeit nicht zu sehr überschritten und es sind bei Bedarf mehrere Wiederholungen möglich. Seit es Youtube gibt, ist die Anzahl der jährlich erscheinenden schier unüberschaubar geworden. Hier sind sehr gute und anschauliche Folien zum didaktischen Hintergrund des Kurzfilmeinsatzes im Ethikunterricht. Und hier ist eine Liste von 100 Kurzfilmen für die Bildung von der AG Kurzfilm in Dresden.

Ich setze Kurzfilme sehr gern ein, v.a. um einen Impuls für eine Diskussion oder Erarbeitung zu geben, um eine Horizonterweiterung oder einen Perspektivwechsel zu erreichen oder um erarbeitetes Wissen an einem anderen Gegenstand anzuwenden (Transfer). Dabei habe ich bisher hauptsächlich Kurzspielfilme und Animationsfilme verwendet.

Allgemeine Infos zu Kurzfilmen erhält man u.a. bei der Kurzfilmagentur Hamburg, bei der AG Kurzfilm und beim Kurzfilmmagazin Shortfilm. Die Frage nach den Bezugsquellen für Kurzfilme ist eher schwierig. Es gibt vom Goetheinstitut zwei sehr gute Kurzfilm-DVDs, die allerdings nur für Deutschlerner im Ausland vorgesehen sind (vielleicht kennt ihr jemanden?). Außerdem gibt es einige DVDs oder DVD-Reihen mit Kurzfilmen, z.B. Shocking Shorts. ARTE und 3sat senden häufiger Kurzfilme oder ganze Kurzfilmnächte. Einige der Filme sind auch bei Youtube zu finden.

Ich werde in nächster Zeit in einigen Blogbeiträgen Kurzfilme kurz vorstellen, die ich im Ethikunterricht einsetze. Auf die Bezugsquellen werde ich dabei nicht mehr eingehen.

Hier die vollständige Liste der Blogbeiträge (nur zu denen mit Links gibt es bisher schon Beiträge, die anderen müssen noch geschrieben werden ;)):

Wenn Ihr Blogeinträge oder Filmtipps habt, immer her damit 🙂 Selbstverständlich lassen sich die Kurzfilme nicht nur im Ethikunterricht einsetzen. Meine Erfahrungen gründen lediglich auf diesem Fach. Wenn du einen Film z.B. in Reli oder in Deutsch eingesetzt hast, freue ich mich auf deinen Erfahrungsbericht.

0

Shortcuts: Geo-Links

by

Auf die Schnelle ein paar interessante Geographie-Links der letzten Woche:

1

Digitalien gebündelt in einer Stunde #edchatde

by

Ich schrieb vor einiger Zeit schon mal über den #EdchatDE, den wöchentlichen Twitterchat für Lehrende, Bildungsinteressierte, Lehramtsstudenten, etc. Inzwischen hat sich der Edchatde etabliert, alle bisherigen Themen und der Ablauf können hier nachgelesen werden. Wöchentlich nehmen zwischen 50 und 75 Teilnehmern / Teilgebern teil (je nach Thema schwankt die Zahl) und schreiben in einer Stunde etwa 800 – 1100 (Rekord gestern: 1155) Tweets.

Um einen Einblick in meine Edchatde-Gewohnheiten zu geben, fotografierte ich gestern kurz nach dem Ende des Edchatde mein Setting zu Hause:

edchatde

 

Ich habe auch schon Edchats nur mit Ipad bestritten, war dann aber regelmäßig frustriert, dass ich nicht mal das Gefühl hatte, irgendwas mitzubekommen. Deshalb also:

  • auf dem großen Bildschirm ist Tweetdeck im Chrome, mit v.l.n.r.: meiner normalen Timeline (@ma_y), der #Edchatde – Suche, dann die @Mentions (beide Accounts in einer Spalte – seeehr praktisch!) und die Timeline von @ZUMTeam, die letzten beiden Spalten sind die Direktnachrichten und meine Favoriten. Alles passt komplett auf den großen Bildschirm.
  • auf dem Laptopbildschirm hatte ich gestern erstmals die Fragen aus dem Edchat-Blog, dazu unten mehr, sonst war dort die Twitterseite vom @Edchatde-Account, weil ich die Fragen sonst im Strom manchmal verpasse.
  • auf dem Ipad habe ich Mitteilungen offen, also auch RTs und Favs. Ist nicht unbedingt nötig, gibt aber einen Überblick über die „stillere“ Interaktion. (das würde ich mir hinterher sowieso anschauen, so erspare ich mir das und sehe es kontextnah).
  • und schließlich das Fairphone, das jedesmal brummt, wenn eine Nachricht rein kommt. Außerdem konnte ich so nebenbei noch mit einem Edchatde-Neuling etwas schreiben 😉
  • Tee und Nüsse müssen sein 😉

Kompletten Überblick habe ich trotzdem nicht, weil ich zwischen 20 und etwa 20:20 mein Kleinvolk ins Bett bringe. Das heißt, alle Tweets, die in dieser Zeit geschrieben werden, gehen an mir vorbei. Wenn jemand auf einzelne Tweets reagiert oder sie retweetet, wenn ich dann am Rechner sitze, sehe ich zumindest einen Teil. Gelegentlich lese ich die Tweets nach, meist schaffe ich das aber nicht.

Für mich war es deshalb gut, dass die Fragen vorher schon veröffentlicht waren. So konnte ich wenigstens meine (von @ma_y und gestern auch, da thematisch sehr passend, von @ZUMTeam) Antworten auf die konkreten Fragen vorher posten und zeitlich vorplanen. Auf Reaktionen darauf konnte ich dann später eingehen. Leider fehlen mir so aber die Tipps und Tricks der anderen aus den ersten 15-20 Minuten, außer sie wurden retweetet oder jemand fragte nach, etc.

Eine weitere Unterbrechung im Nachrichtenstrom, die dem Überblick entgegenwirkt, sind Gespräche. Sobald ich auf einen Tweet klicke, um zu antworten, kann ich dem Tweetstrom an sich nicht mehr folgen. Ich habe mich entschieden, diese Lücken zu akzeptieren und trotzdem nehme ich noch eine Menge aus dem Edchatde mit. Schon allein die Tatsache, dass auch andere mit digitalen Medien im Unterricht experimentieren lässt mich jede Woche hoffen, dass der Einsatz im Schulalltag bald ganz normal wird. Von gestern habe ich trotzdem noch einige Tabs offen, die ich mir noch anschauen muss.

2

Gelesen: nicht kalt genug

by

Bernhard Setzwein schreibt über Friedrich Nietzsches Aufenthalte während 7 Sommer in Sils-Maria, im Oberengadin. Dabei zeichnet er das Bild eines wunderbar schrulligen Professors, der in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts kurz vor Vollendung seines Werkes steht und weniger systematisch, mehr chaotisch und inkohärent vorgeht. Er beschreibt, wie Nietzsche sich immer mehr verkriecht, vor der Welt versteckt, sich den selbst finanzierten Druck der Bücher vom Munde abspart und gleichzeitig darunter leidet, dass seine Werke nicht anerkannt werden. Amüsant zu Lesen ist das Verhältnis an Mutter und Schwester, deren Briefe er widerwillig liest und beantwortet, die beigelegte Wurst aber gern annimmt.
Der Titel entstammt der Aussage, dass es zum Denken kühl sein muss, aber selbst in 6000Fuß Höhe scheint es nicht kalt genug. Er genießt dennoch die kühle Bergluft, die er bei seinen Spaziergängen um den Silser See und die benachbarten Täler findet. Im 8. Sommer bleibt Nietzsche fern, es ist das Jahr 1888, die geistige Umnachtung erfasst ihn und er wird von der Mutter in Naumburg gepflegt.

IMG_1428.JPG
Nebenbemerkung aus Lesersicht: ich las das Buch bereits zum 2. Mal und wieder mit Genuss. Leider habe ich mein 1. Exemplar irgendwem verborgt uns nicht wieder bekommen. Deshalb kaufte ich es (gebraucht) neu.
Nebenbemerkung aus Geographensicht: als Nietzsche dort weilte, war das Oberengadin vom Tourismus kaum erschlossen und hauptsächlich agrarisch geprägt. Heute ist der Tourismus wichtigstes Standbein der Region, St. Moritz ist der wohl bekannteste Ort.

0

auf ZUM machen!

by

0

ZUM-Treffen 2014

by

Im Oktober fand das jährliche Mitgliedertreffen der ZUM erstmals in Schmerlenbach (nahe Aschaffenburg) statt. Schon die Hinfahrt gestaltete sich sehr interessant, da ich mit dem Auto den Kocher flußabwärts zu Jörg Lohrer (rpi-virtuell) fuhr, wo ich mich mit Klaus Dautel (ZUM-Gründungsmitglied und im Vorstand für die Finanzen zuständig, nebenbei u.a. mit tollen Deutsch-Materialien auf zum.de) traf. Gemeinsam fuhren wir durch den schönen Odenwald und entlang des Mains in Richtung Aschaffenburg. Schon auf der Fahrt reichten die Themen von Smartphoneverbot in der Schule über Geocaching bis hin zum Sinn der OER-Bewegung in Deutschland. Eine schöne Einstimmung aufs ZUM-Treffen!

Angekommen in Schmerlenbach wurde ich schon für einen Podcast erwartet. Jöran, Klaus und ich sprachen über 18 Jahre ZUM.de. (Demnächst auf pb21.de hörbar.) Dadurch kamen wir etwas verspätet zum ZUM-Treffen, die Vorstellungsrunde war schon halb durch, die Tagesordnung war schon besprochen (diese kannten wir ja vorher ;)).

podcast

 

(Foto von Jöran Muuß-Merholz)

Nach der Vorstellungsrunde hielt Dr. Martin Lindner seinen Vortrag zum Thema „Die Bildung und das Netz“. Einen Teil meine Mitschrift seht ihr hier (anklicken für größer):

digimed

Danach wurde es etwas thesenhafter, sodass es mir schwer fiel, geordnet mitzuschreiben (einige Teilnehmer schrieben gemeinsam hier mit.) Anschließend ging es in Arbeitsgruppen um die Anwendung bzw. Ausweitung der Thesen und deren praktische Anwendung. Ich schloss mich der Gruppe „innovatives Potential digitaler Medien“ an und es gab erstaunlich viel, was uns dazu eingefallen ist. Insgesamt war es eine sehr konstruktive Runde, einiges nahm ich zum Nacharbeiten und Weiterrecherchieren mit. 
2014-10-19 09.08.11 2014-10-19 09.08.37

Nebenbei bemerkt: In den Kaffeepausen gab es immer GEPA-Tee :-).

2014-10-19 10.55.31

Nach gemeinsamem Abendessen und Abschluss in der ortsansässigen Klosterkneipe beendete ich den Tag recht bald (solche Tage sind nicht ganz unanstrengend, wenn man im 7. Monat schwanger ist…). Mein Zimmer habe ich diesmal zwar nicht fotografiert (nebenbei: der Tagungsort ist toll – ein auf den alten Grundmauern aufgebautes Kloster), dafür aber meinen Ausblick am frühen Sonntagmorgen:

2014-10-19 08.09.41

 

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Vereinsarbeit: Tätigkeitsbericht des Vorstandes, Kassenbericht, Beiträge der Mitglieder, Diskussion über das neue ZUM-Portal, etc. Nach dem gemeinsamen Mittagessen und dem Fund eines Geocaches mit Jörg im Klosterhof ging es wieder heimwärts. Und wie jedes Jahr: die Motivation, gleich an diversen Projekten in der ZUM weiterzuarbeiten steigt nach solchen Treffen enorm. Außerdem ist es immer wieder schön, zu den Mails und teilweise auch zu den Twitternamen ein paar (neue und bekannte) Gesichter zu treffen und in echt zu plauschen 🙂

Linktipp: Im ZUM-Wiki gibt’s die entsprechenden Präsentationen, das offizielle Protokoll, etc..

Hier noch das Gruppenbild vom Samstag:

 

ZUM-Treffen_2014_2a(Foto von J. Leupold, CC-by-Sa, Quelle)

 

1

Mein Bücherregal

by

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Mein Bücherregal“ vom minimamuse-Blog. Ich weiß, ich bin damit zu spät, aber egal 😉

Als erstes ein Blick ins Bücherregal: nicht erschrecken:

Regal 001

Ja, ich habe meine Bücher nach Farben sortiert. Es ist ein Versuch. Bis letzte Woche waren sie nach Autor und etwas nach Genre (Märchen, Romane, Gedichte, etc.) sortiert. Mir gefiel es nicht mehr und ich wusste nicht, wohin ich neue Bücher ordnen soll. Wenn ein Autor z.B. ein Kinderbuch geschrieben hatte UND Romane hatte ich schon ein Sortierproblem. Also ordnete ich neu und entschied mich für für die farbliche Variante. Ich bin gespannt, wie lange es dabei bleibt. (Ganz rechts im Bild in wüster Unordnung die Bücher in A4-Größe, die mir sonst immer den Regalplatz sprengten) Kinderbücher, Geographie-Bücher im weitesten Sinne (also auch Stadtführer, etc.), Fotoalben, Gartenbücher, Spiele und Kochbücher sind jeweils in einem extra Fach gemeinsam. Ein Großteil der Bücher ist in diesem Regal (3 breite Billys nebeneinander), etwa 30% (grobe Schätzung) sind z.T. in andere Regale ausgelagert.

Hier sehen wir noch die Philosophie-Abteilung. Nur der Nietzsche hat sich in den Farbverlauf geschlichen, weil die Höhe der Regalböden gerade dafür gereicht hat. Philosophen sind grob nach Zeit geordnet, Einführungs- und Überblickbücher stehen zusammen, ebenso Bereichsethiken und spezielle Philosophiebücher. Es ist noch etwas Platz…

Regal 002

 

Schulbücher und Verwandtes stehen logischerweise im Arbeitszimmer, die hier fotografierten Regale befinden sich im Wohn-Ess-Spiel-Lebensraum, genannt „Giraffensaal“. Davor steht ein gemütliches Sofa, das zum Lesen einlädt 🙂 Bücher aussortieren und weggeben kann ich nur schwer. Dafür leihe ich mir öfter Bücher aus und kaufe nicht jedes. Mein Blog ist dabei eine gute Gedankenstütze, was ich gelesen habe. (Wobei ich es auch nicht immer schaffe, etwas drüber zu schreiben.) Ich lese gern analoge Bücher (und mache Anmerkungen dran) und ich schaue auch gern in bereits gelesene Bücher nochmal rein. Ich merke, wie ich mich z.B. bei Romanen immer wieder in die beschriebenen Geschichten voll reinziehen lasse. Oft verleihe ich auch Bücher und sehe sie dann nie wieder. Das finde ich (außer bei Philosophiebüchern!!!) gar nicht so schlimm, nur bei manchen fällt es mir später wieder ein.

2

Sommerferienprojekt: Digitalisierung des Arbeitszimmers – 2

by

Ich digitalisiere gerade mein Arbeitszimmer (ich berichtete). Und so sieht der aktuelle Stand aus:

IMG_20140814_160931Hier oben sieht man die ganzen leeren Ordner, es sind inzwischen noch etwa 5 dazu gekommen. Ich habe viele Blätter weggeworfen, die ich mehrfach oder bereits im Computer hatte, da ich sie selbst erstellte. Den aufzubewahrenden Rest habe ich nach Themen sortiert in Bündeln in die Schule zum Scannen getragen. Dieser Stapen hier drunter links hat etwa 45 Minuten gedauert. Insgesamt war ich für alles etwa 2h beschäftigt.

IMG_20140813_175216Das OCR / Durchsuchungsproblem habe ich noch nicht gelöst. Ich weigere mich dagegen, wie in den 90er Jahren meine Ordner nach Fächern & Themen zu sortieren. Inzwischen müsste die Technik um einiges weiter sein. Ich habe einige Programme getestet, die pdfs durchsuchbar machen, allerdings musste ich feststellen, dass mein Laptop dafür leider zu langsam ist. Inzwischen habe ich technische Unterstützung bekommen und wenn alles glatt läuft, bekomme ich bald eine Lösung (keine perfekte, aber immerhin eine. Ich werde berichten.)

Mein Arbeitszimmer ist jetzt übrigens wieder schön luftig. Schulbücher und Hefte / Zeitschriften habe ich behalten (schade, dass es von den meisten noch keine digitalen Alternativen gibt!). Beim Durchblättern meiner Unterlagen fand ich wahre Schätze, die ich schon lange vergessen hatte und wohl auch seit 10 Jahren nicht angeschaut hatte.

So sieht mein Regal nun aus – das ist eines von dreien. Hier stehen die Schulbücher, zu denen ich im kommenden Schuljahr keine Klassen habe bzw. die Bücher, die in meinem Bundesland nicht zugelassen sind. Ich verwende sie, um gelegentlich andere Herangehensweisen oder Inspirationen zu holen. Gerade in Ethik gibt es viele Möglichkeiten die verschiedenen Themen zu bearbeiten, deshalb nehmen die Ethikbücher auch den größten Raum ein.

Für jedes Fach richtete ich eine Kiste mit Hängeregistern ein. Darin befindet sich bereits vorbereitetes Unterrichtsmaterial, z.B. fertige Stationenarbeiten, die sich als sinnvoll erwiesen haben und die genau so wieder verwendet werden können. Das ist wirklich überschaubar.

2014-08-18 14.01.43

Geschreddert habe ich auch ziemlich viel. Mal sehen, ob uns die Motivation packt und wir schöpfen in den Ferien noch etwas Papier daraus.

2014-08-18 14.02.23

0

Gelesen: Kristof, Stamm, Grjasnowa

by

Ich mag die nüchterne und pragmatische Sprache von Agota Kristof. Nach „Das große Heft“ ist „Der Beweis“ der zweite Teil einer Trilogie. Es wird die Geschichte von Lucas erzählt, der nach dem Fluchtversuch allein in der Grenzstadt zurück bleibt. Er baut sich sein Leben auf, der Zufall schenkt ihm ein Kind, einen Lebenssinn. Doch genau so brüchig wie dieser Sinn scheint seine ganze Existenz zu sein. Gibt es ihn wirklich? Gibt es den Bruder oder sind beide ein und dieselbe Person? Wie schon beim ersten Teil wurde ich völlig in die Geschichte hinein gezogen. Die klare, auf das wesentliche reduzierte Sprache läßt unglaublich viel Raum für Phantasie. Ich bin gespannt, wie es im dritten Teil weiter geht.
IMG_1739.JPG
Als nächstes las ich von Agotha Kristof „Die Analphabetin“. Es ist eine autobiografische Erzählung ihrer Flucht aus dem kommunistischen Ungarn über Wien in die französischsprachige Schweiz. Nachdem sie bereits mit 4 Jahren lesen konnte, fühlte sie sich im Exil (das wohl nie Heimat wurde) wie eine Analphabetin und musste sich die Gewalt über die Sprache mühsam neu erkämpfen. Sie schreibt auch über ihre ersten Schritte als Schriftstellerin und das Unverständnis ihrer Nachbarn, wenn über Todesfälle bei Flüchtlingen in den Nachrichten gesprochen wird. Sie hat es selbst erlebt und weiß genau, dass niemand leichtfertig eine Flucht aus seiner Heimat unternimmt. Eine sehr eindrückliche Geschichte.
IMG_1738.JPG
Anschließend las ich von Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer, der Birken liebt“. Kurz gesagt geht es um die Suche einer jungen Frau namens Mascha um Halt. Ein erschütterndes Erlebnis bringt ihr komplettes Leben durcheinander und sie taumelt durch die Zeit ohne etwas oder jemand Beständiges darin zu finden. Der Roman spielt an verschiedenen Orten und in verschiedenen Kulturen, doch das Grundproblem bleibt immer dasselbe. Die Geschichte ist atmosphärisch gut erzählt, lediglich diese Unentschlossenheit, die sich bis kurz vorm Ende zeigt und dann wenig überrascht, gefiel mir nicht. So gern hätte ich ihr zwischen den Zeilen Mut zugerufen.

Heute erst beendete ich Peter Stamms „Ungefähre Landschaften“. Es geht um Katherine, die nach zwei gescheiterten Ehen ebenfalls auf der Suche ist. Sie reist weit weg um am Ende wieder zurück zu kommen und ihr Leben in die Hand zu nehmen. Ihre Reise aus der Dunkelheit ins Licht wird in einzelnen, für die Entwicklung wichtigen Fragmenten erzählt. Wie prägnant 3 Wochen geschildert werden können! Auch hier sind es oft zufällige Begegnungen oder Erlebnisse, die scheinbar die weitere Entwicklung bestimmen. Wie auch schon in Grjasnowas Roman fragte ich mich oft, was anders gelaufen wäre, wenn die Situation zufällig eine andere wäre. Aber in echten Leben ist es ja auch oft so.

IMG_1737.JPG

1 2 5 6 7 8 9 10 11 12 13 81 82