{"id":1162,"date":"2006-05-14T16:56:00","date_gmt":"2006-05-14T16:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/may2.wordpress.com\/2006\/05\/14\/gelesen-sartre-der-teufel-und-der-liebe-gott\/"},"modified":"2006-05-14T16:56:00","modified_gmt":"2006-05-14T16:56:00","slug":"gelesen-sartre-der-teufel-und-der-liebe-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frauschuetze.de\/?p=1162","title":{"rendered":"gelesen: Sartre: Der Teufel und der liebe Gott"},"content":{"rendered":"<p>Ein Theaterst\u00fcck von<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3499129515\"> Jean-Paul Sartre: Der Teufel und der liebe Gott, Drei Akte und elf Bilder<\/a>.<\/p>\n<p>Das St\u00fcck spielt im 16. Jahrhundert, die Bauern lehnen sich gegen ihre Feudalherren auf, der Krieg schwelt und bricht gelegentlich aus. Soviel zur Rahmenhandlung. Es geht um G\u00f6tz, einen Raubritter und Heerf\u00fchrer, der sich im Spannungsfeld von Gut und B\u00f6se seine Beziehungen zu den Menschen (arme und reiche) und zu Gott auslotet.<\/p>\n<p>Im ersten Akt steht er mit seinem Heer vor Worms und wird vor die Entscheidung gestellt, die Stadt dem Erdboden gleich zu machen oder nicht. Er will Gott trotzen, sich mit ihm messen. Vor einer anderen Entscheidung steht der Priester Heinrich, denn jede seiner Alternativen bedeutet Verrat an der anderen Seite. Typisch Sartre, m\u00f6chte man meinen: der Mensch ist frei und hat immer die Wahl. Hier spielt er sehr komplizierte Dilemmata durch und l\u00e4\u00dft auch Gott mitspielen. G\u00f6tz jedenfalls w\u00fcrfelt, ob er b\u00f6se bleiben oder gut werden sollte. Er mogelt und wird gut.<\/p>\n<p>Der zweite Akt zeigt dann, wie er versucht, gutes aufzubauen und dem B\u00f6sen auszuweichen, was eigentlich unm\u00f6glich ist. Es holt ihn immer wieder ein. Er will Gott zeigen, dass man trotz des B\u00f6sen in der Welt gut sein kann. Er mogelt wieder um sich die Gefolgschaft der Bauern zu sichern und versucht durch sie eine Gesellschaft, die auf der Liebe gr\u00fcndet, aufzubauen. Er scheitert.<\/p>\n<p>Der dritte Akt stellt das Gleichgewicht wieder her und gipfelt in der Einsicht, dass, selbst wenn Gott existiert, er sich nicht f\u00fcr Heinrich (oder sonstjemanden) interessiert: Die Menschen sind der Bezugsrahmen f\u00fcr jegliches Handeln. Die Dialektik bestimmt das Denken:<br \/>\n&#8222;G\u00f6tz: Ich will ein Mensch unter Menschen sein.<br \/>\nNasty: Sonst nichts?<br \/>\nG\u00f6tz: Ich wei\u00df, das ist am schwierigsten. Deshalb mu\u00df ich am Anfang anfangen.<br \/>\nNasty: Was ist der Anfang?<br \/>\nG\u00f6tz: Das Verbrechen. Die Menschen von heute werden als Verbrecher geboren. Ich mu\u00df meinen Anteil an ihren Verbrechen einfordern, wenn ich meinen Anteil an ihrer Liebe und ihren Tugenden haben will. Ich wollte die reine Liebe: Wie albern. Sich lieben hei\u00dft denselben Feind hassen: Ich werde mir also euren Ha\u00df zu eigen machen. Ich wollte das Gute: Wie t\u00f6richt. Auf dieser Erde und in dieser Zeit sind Gut und B\u00f6se untrennbar: Ich bin bereit, b\u00f6se zu sein, um gut zu werden.&#8220;<\/p>\n<p>Insgesamt: Interessantes St\u00fcck, Sartre eben. Es liest sich sehr gut, sind auch nur relativ wenige Seiten \ud83d\ude42<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1162 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1162')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1162').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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