{"id":459,"date":"2004-01-24T21:18:00","date_gmt":"2004-01-24T21:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/may2.wordpress.com\/2004\/01\/24\/459\/"},"modified":"2004-01-24T21:18:00","modified_gmt":"2004-01-24T21:18:00","slug":"459","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frauschuetze.de\/?p=459","title":{"rendered":"PND"},"content":{"rendered":"<p><strong>so viele entscheidungen &#8230; pr\u00e4nataldiagnostik<\/strong><\/p>\n<p><strong>untersuchungsmethoden<\/strong><\/p>\n<p><em>1. nicht invasive methoden<\/em><\/p>\n<p>a) ultraschalluntersuchung: erm\u00f6glicht die darstellung der normalen fetalen\/embryonalen entwicklung, es k\u00f6nnen strukturdefekte fetaler organe erkannt werden. die methode hat keine erkennbaren sch\u00e4dlichen gesundheitlichen nebenwirkungen (in manchen b\u00fcchern ist von erw\u00e4rmung des fruchtwassers zu lesen, dessen folgen nicht genau abzusch\u00e4tzen sind). diese methode gilt als ethisch unbedenklich und kann der mutter die angst vor der schwangerschaft teilweise nehmen. kosten f\u00fcr 3 ultraschalluntersuchungen w\u00e4hrend der schwangerschaft (um die 10., 20. und 30. woche) werden von der krankenkasse \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>b) messung der nackentransparenz per ultraschall: zusammenhang zwischen der dicke der nackentransparenz und der wahrscheinlichkeit f\u00fcr trisomie 21 (down-syndrom). die untersuchung wird zwischen 12. und 14. woche durchgef\u00fchrt. die dicke der gemessenen nackenfalte, das alter der mutter und die entwicklungswoche des embryos werden in beziehung gesetzt und ergibt einen statistischen wert. die entdeckungsrate liegt bei 80%.ein auff\u00e4lliger befund beweist noch gar nix, der schwangeren wird zu einer invasiven methode geraten.  kosten sind von den werdenden eltern zu tragen.<\/p>\n<p>c) triple-test: bluttest, dient der absch\u00e4tzung, wie hoch das risiko ist, dass der embryo\/f\u00f6tus ein down-syndrom oder einen &#8222;offenen r\u00fccken&#8220; (spina bifida) hat. die untersuchung findet zwischen 16. und 18. woche statt. es werden wieder das ergebnis, das alter der schwangeren sowie das alter des ungeborenen in beziehung gesetzt. heraus kommt ebenfalls ein statistischer wert. die chancen, ein down-syndrom aufzudecken liegen bei 60-70%, viele faktoren k\u00f6nnen das ergebnis verf\u00e4lschen. ein auff\u00e4lliger befund beweist noch gar nix, der schwangeren wird zu einer invasiven methode geraten. kosten sind von den werdenden eltern zu tragen.<\/p>\n<p><em>2. invasive methoden<\/em><\/p>\n<p>a) amniozentese (fruchtwasseruntersuchung):  untersuchung von fruchtwasser- bzw. plazentazellen im sinne einer genauen bestimmung des chromosomensatzes, fehlbildungen der wirbels\u00e4ule, geschlechtsgebundene erbkrankheiten (z.b. muskelschwund) sowie die gezielte diagnostik von stoffwechseldefekten in risikogruppen. fr\u00fchestens in 14. woche durchf\u00fchrbar (meist 16.-18. woche). wartezeit auf das ergebnis: 2-3 wochen. risiko f\u00fcr die mutter: narkoserisiko (1:10 000) und 1 promille einer intrautinerinen infektion. risiko f\u00fcr das baby: 0,5 % insbesondere eines abortes. risiko einer fehlerhaften interpretation der untersuchungsergebnisse liegt bei unter 1 %. ethische bedenken liegen im sp\u00e4ten zeitpunkt der untersuchung. einschlie\u00dflich wartezeit kann es zu einer abtreibung bis 22. woche f\u00fchren. der fetus ist zu diesem zeitpunkt gut ausgebildet, schmerzempfindlich und nach der abtreibung potentiell lebensf\u00e4hig. kosten werden von der krankenkasse \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>b) chorionzottenbiopsie: ab 11. woche, die haut des embryos ist rundherum mit chorion (zottenhaut) bewachsen, an der stelle, wo sich die fruchh\u00fclle in der geb\u00e4rmutter verankert, w\u00e4chst das sogenannte chorion fronosum &#8211; die sp\u00e4tere plazenta. einige der zellen werden durch einen punktionsnadel entnommen. es k\u00f6nnen chromosomendefekte erkannt werden. wartezeit auf den befund: 1 tag bis 2 wochen.  risiko, durch den eingriff eine fehlgeburt auszul\u00f6sen: 0,5-1 %. problem: unterscheidung von m\u00fctterlichem und fetalem gewebe, risiko einer fehlerhaften interpretation der untersuchungsergebnisse: unter 2%<\/p>\n<p><strong>anmerkungen von seiten der ethik <\/strong><\/p>\n<p><em>verantwortung:<\/em> mit allen risiken und fehlinterpretationen &#8211; angenommen, ich bekomme die nachricht, dass das baby einen &#8222;genetischen defekt&#8220; h\u00e4tte, ich w\u00fcrde abtreiben. kann ich es mit meinem gewissen vereinbaren, ein lebensf\u00e4higes wesen aus &#8211; m\u00f6glicherweise egoistischen gr\u00fcnden- zu t\u00f6ten (das m\u00f6glicherweise gar keine behinderung hat?)? ich w\u00fcrde nicht abtreiben. kann ich es aushalten, einen menschen in die welt zu setzen, wo ich doch von anfang an wei\u00df, dass er kein leichtes leben haben wird und eben &#8222;anders&#8220; ist. kann ich mit einer dieser beiden entscheidungen leben? das m\u00fc\u00dfte ich f\u00fcr mich kl\u00e4ren, bevor ich mich zu einer dieser untersuchungen entschlie\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>risikoabsch\u00e4tzung: <\/em> bei jeder untersuchung liegt das risiko &#8211; sei es einer fehlinterpretation der daten oder dem risiko einer fehlgeburt &#8211; bei mindestens 1 %. (bei den nichtinvasiven weitaus h\u00f6her, aber denen folgen ja dann noch im normalfall eine invasive). mein statistisches risiko aufgrund meines alters ein baby mit down syndrom zu bekommen liegt bei 1: 1352, also weit unter einem prozent. (bei einer frau von 44 jahren liegt es bei 1:30, zahlen von <a href=\"http:\/\/www.praenatal.de\/index.htm?patientinneninfo01.htm~inhalt\">hier<\/a>)<\/p>\n<p><em>bewertung des lebens:<\/em> legen die eltern (also wir) ausschlie\u00dflich eine m\u00f6gliche erbkrankheit als entscheidungskriterium zugrunde, entscheiden wir dar\u00fcber, was wertes und unwertes leben ist. dies ist weder gerecht noch akzeptiert es den wert werdenden menschlichen lebens. au\u00dferdem stellen sich weitere fragen: welcher grad der beeintr\u00e4chtigung zu welchem zeitpunkt darf als gen\u00fcgend gro\u00dfe abweichung von der normalit\u00e4t bzw. gesundheit gelten, sodass eine abtreibung als tolerabel erscheint?<\/p>\n<p><em>mi\u00dfbrauchspotentiale: <\/em> m\u00f6glichkeit der selektion und die m\u00f6glichkeit der humangenetik eine neue welle rassistischen denkens zu provozieren.<\/p>\n<p><em>folgenabsch\u00e4tzung f\u00fcr die gesellschaft:<\/em> es ist sehr unsicher, wie sich eine zunehmende abtreibung aufgrund genetischer indikation zun\u00e4chst auf die behinderten, denen ihre eigene vermeidbarkeit vor augen gestellt wird, und auf die gesellschaftliche einstellung zu behinderten auswirken wird. die m\u00f6glichkeit einer humangenetik k\u00f6nnte schlie\u00dflich zu einer steuerung der gesellschaft nach den regeln einer positven eugenik f\u00fchren. ziel dieser humangenetik mu\u00df es sein (in diagnostik und therapie), menschliches leid zu vermindern, nicht aber den genpool zu verbessern. in einer genetisch motiverten abtreibung liegt langfristig betrachtet die gefahr f\u00fcr die humanit\u00e4t der gesellschaft.<\/p>\n<p><em>problem: begriffsbestimmung:<\/em> jeder einer eugenik zugrundegelegte konstruierte normalwert menschlicher gesundheit ist willk\u00fcrlich und kann damit keine sittlichen anspr\u00fcche erheben. genetisch bedingte funktionsst\u00f6rungen sind nicht per se sittlich schlecht und so automatisch zu vermeiden. ebenso ist der begriff der behinderung sehr unscharf. er darf nicht mit einer krankheit gleichgesetzt werden.<\/p>\n<p>&#8211;&gt; am schlu\u00df stellt sich noch die frage , ob wir das recht und den anspruch auf perfekte kinder haben.<\/p>\n<p><strong>zum weiterlesen\/quellen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.praenatal.de\/index.htm?patientinneninfo01.htm~inhalt\">pr\u00e4natal- medizin und genetik d\u00fcsseldorf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/382521821X\/qid=1074978894\/sr=1-16\/ref=sr_1_0_16\/028-1197209-7220553\">bernhard irrgang: grundri\u00df einer medizinischen ethik<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3150085993\/qid=1074979067\/sr=2-2\/ref=sr_2_0_2\/028-1197209-7220553\">medizin und ethik (versch. aufs\u00e4tze)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3774253803\/qid=1074978976\/sr=1-1\/ref=sr_1_10_1\/028-1197209-7220553\">sesterhenn, villinger: schwangerschaft und geburt<\/a><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_459 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_459')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_459').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"recommend\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"\",\"tweet_text\":\"PND%20%C2%BB%20Frau%20Sch%C3%BCtze\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"},\"gplus\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte \\u00fcbertragen - siehe <em>i<\\\/em>.\",\"perma_option\":\"off\",\"referrer_track\":\"\"}},\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/frauschuetze.de\\\/?p=459\",\"post_id\":459,\"post_title_referrer_track\":\"PND\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>so viele entscheidungen &#8230; pr\u00e4nataldiagnostik untersuchungsmethoden 1. nicht invasive methoden a) ultraschalluntersuchung: erm\u00f6glicht die darstellung der normalen fetalen\/embryonalen entwicklung, es<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-459","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kinder"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=459"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/459\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frauschuetze.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}