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digitale Medien im Ethik-Unterricht

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Heute hielt ich bei der Jahrestagung des Landesverbands einen kurzen Vortrag zum Thema

„Wider die digitale Unmündigkeit! Multiperspektivität, Kooperation und Individualisierung durch digitale Medien im Ethikunterricht“

Ich versprach, die genannten Links hier zum Anklicken bereit zu stellen. Hier ist außerdem der Link zu meiner Präsentation.

Einleitung

Lehrer und Schüler als Konsumenten

Lehrer und Schüler als Produzenten Bildschirmfoto 2016-06-01 um 22.49.42

Lehrer kooperieren und bilden sich fort

  • ZUM-Wiki für Ethik zur Bereitstellung sowie zur gemeinsamen Entwicklung von freien Bildungsmaterialien (Open Educational Resources = OER)
  • der Edu-Chat für Lehrer: edchatde bei Twitter, Dienstags 20-21 Uhr, hier der Link zum Weblog, das einige Informationen und die Themen für die nächste Woche enthält.
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gelesen: “Das Tiefland” sowie “Ich und Kaminski”

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Ich und Kaminski:

Zu dem Buch gibt es auch einen Film, den ich aber nicht kenne. Das Buch habe ich eigentlich nur zu Ende gelesen, weil es mich gewurmt hätte, wenn ich so ein schmales Bändchen ungelesen zurück in den Schrank gestellt hätte. Es geht um einen arroganten Journalisten, der über einen alten, fast vergessenen Künstler namens Kaminski eine Biographie schreiben soll, die dann (so der Plan) nach dem Tod des Künstlers publiziert werden kann um möglichst viele Käufer zu finden. Der Journalist geht dabei so egozentrisch und selbstherrlich vor, dass ich mich beim Lesen fremd schämte. Kaminski und seine Tochter sind dabei allerdings auch keine Sympathieträger. Ein langweiliges Buch.

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Das Tiefland:

Nachdem ich die Begeisterung im Blog “draußen nur Kännchen” für dieses Buch gelesen habe, wollte ich es auch haben. Am Anfang habe ich mich etwas schwer getan mit der Geschichte, da es recht viele Personen und Orte gibt, die erst alle vorgestellt und beschrieben werden mussten. Die Geschichte spielt in Indien und in den USA, hauptsächlich in den 60er und 70er Jahren. Es geht um zwei Brüder, ihre Eltern sowie die Schwiegertochter und deren Tochter. Von der Geschichte erzähle ich nicht so viel, die könnt ihr selber lesen. Gut fand ich jedenfalls, dass ich einiges über die Geschichte Indiens erfahren habe.

Beide Bücher lasse ich frei.

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Educamp Leipzig #ecle16

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Wegen des riesigen Korrekturstapels auf einem Schreibtisch rang ich mich dazu durch, nur einen Tag beim Educamp in Leipzig zu verweilen. Ganz verzichten wollte ich jedoch nicht.
Das Educamp war mein drittes, nach Ilmenau und Stuttgart.  Es war mein xtes Barcamp.
Die Location in Leipzig war sehr schön – wobei ich wirklich nur den Samstag, also nur den offiziellen Teil besucht habe. Die Veranstaltungen fanden zum Teil in der Zentralbibliothek und zum anderen Teil im Institut für Geisteswissenschaften direkt gegenüber statt. Ich muss zugeben, trotz dass ich drei Jahre in Leipzig gelebt habe und dort auch mein Referendariat gemacht habe, war ich noch nie in diesen zwei Gebäuden. Sehr eindrucksvoll waren sie jedenfalls. Das Finden der Räume war nicht ganz so einfach, da vor allem das Institut natürlich seine eigenen Abkürzungen und Systematiken pflegt.

Gegenüber den anderen beiden Educamps, die ich besuchte, war das in Leipzig weniger durchgestylt und insgesamt graswurzeliger. Das fand ich persönlich sympathischer. Gleich zu Beginn durfte jeder im Foyer des Instituts selbst kreativ werden und sich aus den an Unis im Überfluss vorhandenen kostenlosen Postkarten ein Namensschild basteln.
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Anschließend ging es zur Begrüßung, Vorstellungsrunde und Sessionplanung in einen großen Saal der Bibliothek. Kristin Narr führte souverän durch die anstehenden Programmpunkte. Auch ich konnte schlecht schätzen, ob die anvisierten 90 Teilnehmer auch wirklich da waren. Es gab jedenfalls sehr viele Sessionangebote und ich habe mich gefühlt bei 20 Sessionvorstellungen gemeldet, weil sie alle interessant klangen. Letztlich kann man sich nicht zerteilen und muss immer eine Auswahl treffen. Das finde ich immer wieder am blödesten an Barcamps 😉 Ich habe folgende Sessions besucht:
  • Storytelling und Minecraft
    • Da ich gar keine Ahnung von Minecraft habe, aber immer wieder davon höre, setzte ich mich dazu und lauschte. Ich erfuhr, was Minecraft ist und wozu es einige Kollegen im Unterricht sowie in der außerschulischen Bildung nutzen. Es waren einige begeisterte Spieler da, die über die seltsam anmutende Grafik und deren Vorteile sprachen. Wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir das etwas genauer an, Ideen für meinen Unterricht hätte ich 😉
  • OER mit und ohne Geld
    • Das war meine eigene Session und es waren einige interessante Sessions parallel, die ich selbst gern besucht hätte. Meine Session war sehr überschaubar, wir waren zu viert. Ich wollte eine Diskussionsrunde mit Erfahrungsberichten starten. Die anderen Teilnehmerinnen waren alle aus unterschiedlichen Kontexten mit verschiedenen Erfahrungen. Das war sehr spannend. Gemeinsam stellten wir fest, dass OER aus reinem Idealismus und ganz ohne Geld nicht geht. Auch die ZUM hat beispielsweise den technischen Support professionalisiert und an Idea Sketch ausgelagert. Zur Finanzierung nutzen wir Werbung und Spenden. Andere Ideen, die angesprochen wurden, Geld zu bekommen: Förderung durch EU (Erasmus plus) und BMBF, außerdem durch Spendenaufrufe auf Startnext etc. oder Wirtschaftsförderung. Strukturen im OER-Bereich gibt es keine, jeder wurschtelt so vor sich hin. So war zumindest auch nach der Session mein Eindruck.
  • OER mit und für Studenten
    • Bei der Session wurde das Projekt Histo-digitaLE vorgestellt. Dabei werden jedes Semester mehrere Partner mit Quellen einbezogen: Museen, Archive, etc. Sie stellen einige Quellen unter einer freien Lizenz zur Verfügung. Die Studenten bekommen die Aufgabe, daraus in Gruppen Unterrichtsideen zu entwickeln. Lehrer können diese dann im Unterricht einsetzen und den Studenten über die Kommentare Rückmeldung geben. Das war genau die Idee, mit der wir im Arbeitskreis damals angetreten waren: praktische Einheiten entwickeln, die wir praktisch nutzen können. Anja macht das Ganze noch mit OER-Materialien und stellt es in einem WordPress-Blog den Lehrern zur Verfügung. Schöner wäre es natürlich, sie würde die Ergebnisse ins ZUM-Wiki setzen, so wie wir damals mit unserem Web 2.0-Seminar 😉
  • Bildung 4.0
    • Hier war ich tatsächlich in der falschen Session. Es ging um den Bildungsbegriff (im Unterschied zu Ausbildung) und was Schule leisten muss / sollte. Ich diskutiere das gern anhand von Bieri mit meinen Schülern. In der Session kam leider nichts neues dazu.

  • code your life – Programmieren mit Kindern ab 10 Jahren
    • Bevor mein Zug abfuhr hatte ich noch 30 Minuten für eine Session Zeit und entschied mich für diese. Es wurde Code your life vorgestellt. Alles sehr spannend, wenn ich mal Zeit habe…

Zusammenfassend für mich ein sehr schönes Educamp. Schade, dass ich nur einen Tag dabei sein konnte. Auch am Sonntag waren einige interessante Sessions im Plan.

Ich habe mich sehr gefreut, einige bekannte Gesichter wieder zu sehen und ein paar Edchater neu kennen zu lernen:

Meine Twitter-Timeline ist auch um einige neue Gesichter bereichert worden 😉

Auffällig war, dass ganz selbstverständlich viele Kinder beim Educamp dabei waren, auch in Sessions und im Foyer. Nebendran gab es auch noch eine nette Kinderbetreuung in einem Raum, der als Chill-Ecke auch von den Erwachsenen genutzt wurde, sodass die Kinder nicht separiert waren, sondern immer mittendrin 🙂 Bleibt nur noch eins zu sagen:

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Rezension: Iss was?! – Tiere, Fleisch & ich

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Das Buch „Iss was?!“ der Heinrich Böll-Stiftung wurde im März 2016 veröffentlicht. Es ist, anders als der jährlich heraus gegebene Fleischatlas, an Kinder und Jugendliche gerichtet, die sich über Fleisch und unser Verhältnis dazu informieren wollen. Es gibt 63 Fragen rund um dieses Thema, die in Infografiken und kurzen und auch mal längeren Texten beantwortet werden. Es überwiegen großformatige Grafiken, es gibt aber auch interessante kurze Texte.
Auf dem Bild sind die 63 Fragen.

 

Die Fragen besitzen keine sichtbare Sortierung. Grob kann man sagen, dass die ersten 19 Fragen sich um den Fleischkonsum drehen. Bis Frage 38 geht es um die Haltung von Tieren und ihre Schlachtung, wobei die Frage 35 auf meine Beziehung zu Tieren und Nutztieren eingeht. Die Fragen 37 und 38 drehen sich um das Sozialverhalten der Tiere. Ab Frage 39 geht es um den Konsum und globale Verflechtungen. Außerdem werden Akteure dargestellt, die, neben den Landwirten, Einfluss auf das Tierhaltung und Konsum haben (Politik, NGOs).

 

Die Antworten sind dabei teilweise sehr informativ und gut zusammengefasst. Beispielsweise bei der Frage 39: Was erfahre ich vom Fleischetikett? Die linke Seite beantwortet die Frage, die rechte Seite wirft viele neue Fragen auf.

Andere Antworten sind dagegen eher zu sehr reduziert, z.B. die Frage 47 Wie funktioniert der Regenwald? Die linke Seite stellt eine sehr einfache Version des kurz geschlossenen Nährstoffkreislaufs des Regenwaldes dar. So reduziert würde ich das nicht mal in Kl. 7 verwenden, eher in der Grundschule. Die rechte Seite geht, ebenfalls sehr stark vereinfacht, auf die Nutzung der gerodeten Flächen ein. Diese Doppelseite ließ mich sehr stark an der Zielgruppe “Jugendliche” zweifeln. Andererseits sind andere Seiten so komplex, dass sie für Grundschüler auf alle Fälle zu schwierig zu verstehen sind. Ein Beispiel dafür ist die Frage 44: Wieviel Land geht ist in meinem Essen? Sie zielt eindeutig auf den ökologischen Fußabdruck, doch davon steht nichts drin. So allein wirft die Darstellung so viele Fragen auf, dass ich sie eher mit Mittel- oder Oberstufenschülern besprechen würde.

Generell denke ich, dass die Anschaffung im Klassensatz sich für Schulen sehr lohnt, da es das Thema recht umfangreich und gut aufbereitet. Wie vorausgeschickt, sollte man sich als Lehrer genau überlegen, in welcher Klassenstufe man die Seiten einsetzt und was an Zusatzinformationen noch nötig ist.

Der Versand erfolgt gegen Kostenbeteiligung (für Porto, Verpackung, Bearbeitung) und zwar in Höhe von: Einzelexemplar je 3 Euro, ab dem 5. Exemplar je 2 Euro.

 

Das Buch folgt dem Doppelseitenprinzip vieler Schulbücher: jede Doppelseite steht für sich und kann unabhängig von den anderen genutzt werden. Es hat ein sehr schönes Format: es ist kleiner als A4, aber etwas breiter als A5 (siehe Bild). Es liegt dadurch sehr gut in der Hand.

Das Buch hat die Lizenz CC-by-nc-nd 3.0. Das heißt, streng genommen ist es kein OER, da es nicht bearbeitet werden darf. Ich kann mir die Datei des Buches herunterladen, darf aber die Grafiken nicht bearbeiten und wieder hochladen. Der Remix-Aspekt, den OER ausmacht, fällt komplett weg. Durch den Zusatz NC (non commercial) dürfen wir aus dem Buch auch keine Grafiken z.B. im ZUM-Wiki  verwenden, da wir die Seite über Werbung finanzieren. Damit wäre es nicht mehr NC. Schade!
Dieser Artikel erschien zuerst im ZUM-Blog.
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Twanalog

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Meine Twitter-Timeline schreibt analog. Das klingt erstmal paradox, ist aber schnell erklärt: jemand schickt einen Tweet auf einem Zettel per echter Post an jemand anderen. Dieser postet ein Bild mit dem Hashtag #Twanalog und fragt, wer als nächstes Post möchte. Die Adressen werden per Direktnachricht ausgetauscht. Auf den Zettel mit dem Tweet wird der Ort, aus dem er kam, vermerkt. Manche Zettel haben schon eine längere Wegstrecke hinter sich, da sie immer wieder retweetet (also weitergeschickt) werden. Bob Blume hat mit der Idee angefangen.

Ich bekam vor Ostern einen Brief mit insgesamt 3 Tweets.

Auf meinen Aufruf hin meldeten sich auch genau drei Adressaten, die gern Post bekommen. Wie von Zauberhand eingefädelt konnte ich also genau drei Briefe schreiben und die Tweets weiterschicken.

Ich wollte aber selbst auch Tweets losschicken, also habe ich auch jeweils zwei Zettel pro Brief losgeschickt: einen, den ich zugeschickt bekam und einen, den ich selber aufgeschrieben habe. Die drei selbst aufgeschriebenen sind auf thematisch passendem Papier ;), darunter einer von mir und zwei, die ich retweete. Im Gegensatz zu denen, die ich bekam, sind es keine Zitate von wichtigen Menschen, sondern von echten Twitterern. Ich gebe zu, ich hatte einige Schwierigkeiten, mich auf drei zu begrenzen…

Twanalog

Ich schreibe gern echte Post und habe mich sehr gefreut, als ich auch mal wieder welche im Briefkasten hatte.  Meine Umschläge habe ich selbst gemacht (hoffentlich kommen sie an, sie sind etwas kleiner als normale).

Herr Mess hat schon einen Hang zu haptischem bei digital arbeitenden Menschen ausgemacht. Bei mir ist das von Anfang an so. Ich brauche ein Gleichgewicht zwischen analogen und digitalen Dingen. Den ganzen Tag nur am Rechner sitzen, könnte ich nicht. Der Twanalog war eine gute Gelegenheit, beides miteinander zu verbinden.

 

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Es tut sich was, im UnivOERsum: der OER-Atlas #OERAtlas und #OERde16

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(Dieses Wortspiel hatte ich bis dato noch nicht gelesen. Der nOERd ist ja allseits bekannt.)

Seit gestern findet in Berlin (bOERlin ;)) das OER-Festival statt. In diesem Rahmen gab es u.a. einige Veröffentlichungen und besondere Veranstaltungen, auf die ich kurz hinweisen möchte.

Der OER-Atlas, mit vielen deutschsprachigen Initiativen, Blogs, Wikis, etc. die deutschsprachige OER bereit stellen. Der Atlas enthält zunächst ein Vorwort und eine statistische Auswertung der Einreichungen. Anschließend werden die Einreichungen, geordnet nach Bereichen: Bereichsübergreifend, Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung sowie Non- und informale Bildung vorgestellt.

Die ZUM ist dabei recht oft vertreten. Im unten stehenden Screenshot habe ich die Projekte der ZUM in einem Teil des Inhaltsverzeichnisses unter dem Punkt “Schule” markiert. Es gibt noch eine zweite Seite Inhaltsverzeichnis in diesem Bereich, in dem auch noch zwei weitere ZUM-Projekte zu finden sind. Einige weitere Bereitsteller von Services sind ZUM-Mitglieder oder Partner der ZUM. Ich finde das auf der einen Seite sehr beachtlich. Allerdings zeigt es auch, dass momentan noch recht viel ehrenamtlich und “nebenbei” läuft. Ich bin gespannt, wie die zugesagten Fördergelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Beispiel) in nächster Zeit diese Landschaft verändern werden.

OER-Atlas Schule

Da ich seit November 1. Vorsitzende der ZUM bin, verzerrt der OER-Atlas etwas die geographische Vielfältigkeit seiner Akteure. Viele der Einreicher aus der ZUM haben meine Adresse als Kontaktadresse angegeben. So sieht es nun auf der Karte, die das Titelbild des OER-Atlas ziert, so aus, als würden im Nordosten von Baden-Württemberg, im kleinen Städtchen Gerabronn, das kaum 5000 Einwohner hat, ein Großteil der OER für Deutschland erstellt. Dem ist natürlich nicht so. Die aktiven nOERds sitzen überall in Deutschland 🙂

 

Im Rahmen des OER-Festivals gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Karl Kirst, unser ehemaliger 1. Vorsitzender, ist für die ZUM vor Ort und nimmt viele Termine wahr. Eine Übersicht seiner Auftritte findet ihr hier.

Außerdem sind wir gespannt, wer den fOERderAward bekommt und wer den OER-Award in den verschiedenen Kategorien mit nach Hause nehmen darf. Ich war Teil der Jury, der oer.acadamy, die durch die phantastische Organisation von Anja Lorenz sehr professionell gearbeitet hat. Aber auch ich als Jurymitglied weiß noch nicht, wer letztlich gewonnen hat. (Es gab übrigens auch eine Befangenheitsregel, sodass ich selbstverständlich keine ZUM-Projekte nominieren konnte.)

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gelesen: alle Toten fliegen hoch / Amerika & Irgendwo

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Nachdem ich auf die spärliche Ausbeute meiner gelesenen Bücher 2015 schaute, habe ich mir für 2016 vorgenommen etwas mehr zu lesen. Jeden Monat, so dachte ich mir, könnte ich ein Buch lesen. So begann ich gleich im Januar mit Joachim Meyerhoffs “alle Toten fliegen hoch / Amerika”. Auf das Buch kam ich, als ich mich im Blog “Draußen nur Kännchen” durch ältere 12von12-Beiträge klickte. Dort gibt es einen Lesebefehl zu einem späteren Meyerhoff-Buch. Ich wollte mit einem früheren anfangen und entschied mich für das.

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Sehr schön geschrieben, stellenweise etwas lang. Die Anekdoten aus dem ländlichen Amerika waren allesamt sehr erheiternd. Die Geschichte ist schnell erzählt: ein 17jähriger meldet sich zu einem Amerika-Jahr an. In Deutschland lebt er in einer Kleinstadt mit seinen Eltern und seinen 2 Brüdern. Er will, dass in Amerika alles anders, toller und überhaupt endlich großartiger wird. Seine Gasteltern leben in Wyoming, sehr ländlich und haben 3 Söhne, wobei nur noch einer zu Hause wohnt. Die Enttäuschung ist groß und trotzdem gibt es viele Unterschiede, die teils sehr grotesk, teils sehr verwundert beschrieben sind. Nach etwa 3 Monaten stirbt sein mittlerer Bruder, sodass er durch sein Amerika Jahr auch die Trauer aufschieben kann. Auf alle Fälle werde ich ein weiteres Buch von Meyerhoff lesen.

DSC_1918Im Januar habe ich sogar noch ein zweites geschafft. Mit Agota Kristof kann ich für mich nichts falsch machen. So bestellte ich mir eins, dass ich noch nicht kannte: Irgendwo. Eine Sammlung von Novellen.

Nachdem ich nun schon einiges von Agota Kristof gelesen habe, freue ich mich mich nach solchen Büchern wie das von Meyerhoff richtig auf ihren Stil. Nicht, dass der andere schlecht wäre, aber sie schreibt so nüchtern, so neutral und so karg über teilweise schreckliche und grausame Dinge. Der Kopf ist zur Einordnung so unglaublich gefordert, dass mich dieser Stil jedesmal in seinen Bann zieht und ich sehr schnell lese. Vielleicht auch, um die darin beschriebenen furchtbaren Sachen schnell wieder zu vergessen.

 

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gelesen: Sommernovelle und Willkommen im Meer / Bookcrossing

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Christiane Neudecker: Sommernovelle

Es geht um zwei Mädchen, die Ende der 1980er Jahre zwei Wochen mit Vögelzählen in einer skurrilen Vogelschutzstation am Rand des Wattenmeeres verbringen. Doch eigentlich ist es egal, wo es spielt. Es geht um den einen Sommer, den man als Teenager erlebt und an den man sich immer wieder zurück erinnert. Ein Sommer der Leichtigkeit, der für einen selbst doch so wichtig ist. Für mich war dieser Sommer 1997 nach dem Abi. Mit dem Bummelzug (Wochenendticket) und einem großen Umweg fuhren wir in 10 Stunden zu zehnt auf die Insel Rügen zum zelten. Uns begleitete ANNA von Freundeskreis, wir schliefen in Schlafsäcken am Strand und genossen die Leichtigkeit und Unsicherheit zwischen Abitur und “Ernst des Lebens” in vollen Zügen. Das Buch löste viele Erinnerungen an diesen Sommer aus.

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Kai-Eric Fitzner: Willkommen im Meer

Twitter machte mich mit #einBuchfuerKai auf das Schicksal des Autors und seiner Familie aufmerksam. Zufällig sah ich das Buch auf dem Weg in den Urlaub auf dem Ponyhof im September in Bremen in einer Buchhandlung, kaufte es und las es innerhalb weniger Tage aus (obwohl es um einen Lehrer geht ;)). Es geht um Tim, der als Lehrer viele Ideale und Wertvorstellungen hat. Diese behauptet er gegen allerlei Widrigkeiten und erhält dabei viel Unterstützung durch seine Familie (ganz toll: Mutter) und seine Schüler. Ein Buch für Menschenfreunde.

 

Beide Bücher gehören noch in die “gelesen:…” – Statistik für 2015, damit komme ich immerhin auf 5 gelesene Bücher 2015. Das ist im Vergleich zu anderen sehr wenig. Da ich im Familienalltag kaum Zeit zum Lesen habe, lese ich meist nur in den Ferien. Dafür ist es dann wiederum ganz schön viel 😉 Angefangen habe ich noch einige andere Bücher. Da mir aber meine Zeit zu wertvoll ist, haben sie es nicht geschafft mich bis zum Ende zu motivieren.

Letzte Woche habe ich mich bei Bookcrossing angemeldet. Die beiden oben genannten werden wohl die ersten beiden Bücher sein, die ich frei lasse. (Auch deshalb jetzt dieser Blogeintrag, sonst vergesse ich sie womöglich.) Will einer meiner Leser eins der Bücher lesen? Sonst setze ich sie hier in der Umgebung aus.

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2015 in Bildern

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01-15Das Jahr 2015 in Bildern 🙂 Natürlich schreibe ich auch etwas dazu. Dieser Rückblick ist von etwas privaterer Natur als der Rückblick auf die geleistete Arbeit.

Der Januar begann an der Ostsee, mit K3 noch im Bauch.

 

Im Februar wurde K3 geboren und meiner neu entstandenen Sketchnote-Liebe folgend zeichnete ich die wesentlichen Daten auf ein Plakat, legte K3 in die Mitte und schoss ein Foto. Dieses wurde als Karte an Verwandte und Bekannte geschickt um ihnen die freudige Nachricht zu übermitteln. Bei all den CTG-Terminen sah ich mich verschiedensten Geburtskarten gegenüber und der Wunsch in mir wuchs, eine andere Art zu gestalten ;).02b-15

Im März freuten wir uns auf den Frühling. Bis Anfang März lag fast durchgehend Schnee. Ein wahrlich winterlicher Winter. 03-15

Der April führte uns in die alte Heimat – und gleich mal in den IKEA. (Nur Kleinigkeiten gekauft, klar, oder?)04-15

Mit K3 im Tragetuch ging es außerdem auf die Bastei (durch die Schwedenlöcher) um der Elbe beim Mäandrieren zuzuschauen. Was für ein toller Blick aufs Elbsandsteingebirge!04b-15

 

 

 

 

 

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Im Mai nahm ich an Frau Hölles Sketchnote-Challenge teil. 30 kleine Bildchen entstanden. Zwischenzeitlich zeichnete ich auch manchmal ganze Tageszusammenfassungen.

 

 

06-15Im Juni besuchten wir den Büchermarkt im Schloss zu Kirchberg. Jedes Jahr ein Vergnügen. 06c-15

Außerdem fuhr ich allein mit den Kindern in den Pfingstferien ein paar Tage an den Kaiserstuhl. Ich zeichnete einen Urlaubsplan, nach der Anregung in Mike Rohdes Sketchnote-Buch. Weil hier drumrum zu viel privates stand, hier nur der mittlere Kasten. Der Sommer brachte uns auch Erdbeeren im Schokofondue. Was für eine Schlemmerei!06b-15

Juli: K2 wurde 8. Kindergeburtstag incl. Schatzsuche. 07-15

August: K1 wurde 11. Kindergeburtstag incl. Nachtwanderungsschatzsuche und Übernachtung im Zelt. 08-15

Im September fuhren wir alle auf einen Ponyhof in Ostfriesland und auf dem Rückweg noch bei Freunden am Steinhuder Meer vorbei. Hier wieder ein Teil unserer Urlaubs-Sketchnotes. Wir zeichneten außerdem jeden Tag jeder eine Sketchnote vom Tag in ein A4-Ringbuch (quer), jeder auf einer halben Seite. Dann blieben einige Seiten frei auf die ich später Fotos klebte. So schnell hatte ich noch nie ein Urlaubsbuch fertig!
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Bei unserem Besuch in Ostfriesland machten wir einen Abstecher nach Langeoog und trafen @frandevol 🙂 Schön, Twitterer in echt zu treffen! Am Steinhuder Meer besuchten wir dann auch noch die Dinos09c-15

Der Oktober brachte eine tolle Cachertour und eine Veröffentlichung.10-15 10b-15

 

 

 

 

 

Ende Oktober/ Anfang November fand das ZUM-Mitgliedertreffen statt. Immer wieder ein Erlebnis!

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11-15Die Elternzeit brachte es mit sich, dass der Adventskalender für K1&2 schon eine Woche vor dem 1. Dezember fertig war. Keine Nacht- und Nebel-Aktion wie sonst 😉

 

 

 

12b-15Dezember: Das 1. Weihnachten für K3. Wir feierten nicht wie sonst in der alten Heimat, sondern in der neuen.Anschließend ging es noch an die Wirkungsstätte von Alfred Wegener (wahrscheinlich finden das nur Geographielehrer spannend ;)). Mit Sightseeing und so. Marburg. 12c-15 12-15

Liebe Blogleser und Kommentatoren, ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahr 2016. Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren 🙂

früher:

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Rückblick 2015

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2015 war ein gutes Jahr. Auf Grund der Elternzeit mit K3 habe ich recht viel freie Zeit und Muße, um verschiedene Projekte anzugehen, die sonst länger liegen geblieben wären. Teilweise war auch etwas äußerer Zwang da, aber das ist ja bekanntlich ein guter Motivator.

Scribus. Ich habe mich in Scribus eingearbeitet und dort erste Dokumente zur Veröffentlichung erstellt. So ist beispielsweise unsere erste Schülerzeitung und ein Display für die ZUM entstanden.

Apropos ZUM. Da wir bei Tagungen, z.B. bei Educamps oder bei anderen Zusammentreffen, häufiger Missverständnisse ausräumen müssen, wie die ZUM funktioniert und wie wir arbeiten, habe ich dieses Jahr begonnen, Interviews mit ZUMlern zu führen. Inzwischen sind 33 Interviews erschienen und alle sind lesenswert! Sie machen deutlich, dass jeder eine andere Motivation hat, Unterrichtsmaterialien online zu stellen und dass jeder einen anderen Kontext hat, in dem er das tut. Für alle gilt: jeder arbeitet ehrenamtlich, neben seinem Job – meist als Lehrer oder Dozent an einer Uni. Wir haben kein Büro, sondern arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus. Diese Reihe wird in loser Folge auch im nächsten Jahr fortgesetzt.

Und nochmal ZUM: Im November wurde ich zur 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Ich bin seit 6 Jahren im Vorstand und arbeite seit 10 Jahren im Wiki. Jetzt eine größere Verantwortung zu übernehmen, war ein großer Schritt für mich. Wir werden sehen, wie die Bilanz in 2 Jahren aussieht und ob ich mich dann soweit organisiert habe, dass meine Arbeit für die ZUM effektiver läuft als bisher. Dadurch bin ich in die Zusammenarbeit mit dem Bündnis freie Bildung sowie dem OER-Award hineingestolpert. All diese spannenden Entwicklungen hätte ich Anfang des Jahres nicht für möglich gehalten.

Seit September leite ich die AG Schülerzeitung meiner Schule. Das war der Hauptgrund für die Einarbeitung in Scribus. Bisher hatte ein Kollege den Hut auf, der die Schule im letzten Schuljahr verließ. Mit ihm verließ fast das gesamte Team mit ihrem Abi im Gepäck die Schule. Die neue Redaktion fand sich in den 6. Klassen. Ich bin überrascht und erstaunt, wie motiviert die Kinder schreiben, wie gut sie in Teams arbeiten können, wie elegant sie auch schon (mit etwas Hilfe) formulieren können. Vor Weihnachten wurde die erste Ausgabe verkauft und es ist kein Exemplar mehr übrig.

Überhaupt, das Schreiben. Ich habe in der Elternzeit wieder einiges selbst geschrieben: einen Artikel, zusammen mit Donat Schmidt, über digitale Medien im Ethikunterricht für das Handbuch Philosophie und Ethik. Nächstes Jahr wird außerdem ein weiterer Artikel von mir allein in einem ähnlichen Buch zum selben Thema erscheinen. Dafür habe ich vor Weihnachten die letzten Korrekturen fertig gestellt. Alles sehr aufregend! Schön zu sehen, dass das Thema endlich Eingang in die Fachdidaktik findet. Im Juni werde ich dazu einen Vortrag bei der Tagung des Landesverbandes Ethik halten.

Neben dem Schreiben habe ich auch viel gezeichnet. Ich steckte meine Familie mit Sketchnotes an. Wir haben 2 Urlaubsbücher mit Sketchnotes illustriert. Dazwischen kleben inzwischen Fotos. Eine schöne Erinnerung.

Geredet habe ich auch, z.B. mit Jöran Muuß-Merholz. Er hat daraus einen Artikel für eine 10-teilige Reihe über “Chancen der Digitalisierung für individuelle Förderung im Unterricht – 10 gute Beispiele aus der Praxis” gemacht. Und ich bin eins von diesen Beispielen.

Versteckt wurde gerade in den letzten Wochen einiges: ich habe nicht nur Geocaches gesucht, sondern auch inzwischen insgesamt 9 hier in der kleinen Stadt versteckt. Bisher war hier nur einer. Dabei gibt es durchaus viele Ecken, die man sich anschauen kann.

Gesammelt habe ich auch einiges, z.B. die Tweets des Edchatdes im Team Saar+.

Mein Plan, in der Elternzeit Teilzeit arbeiten zu gehen hat sehr gut funktioniert. (Ich habe darüber schon etwas ausführlicher geschrieben.) Für mich, für meine Familie war es ganz gut, dass ich noch weitere Aufgaben hatte. Ganz beiläufig habe ich die Devon Think – Datenbank für Geographie für mich sinnvoll aufgebaut und damit zu arbeiten geschätzt. (Ethik steht noch aus.). Ich genieße die Zeit mit meiner Familie und freue mich auch auf die Unterrichtsstunden bei meinem Abikurs. Und überhaupt: K3 läuft und erobert die Welt. Das ist soooo schön zu erleben und anzuschauen! Nebenbei habe ich genäht, die Geheimnisse des Fotografierens erforscht (wird fortgesetzt) und die Organisation unserer Familientermine optimiert. Wie gesagt: ein gutes Jahr. Ich freue mich, wenn es einfach so weitergeht und ich etwas von dem Schwung in die arbeitsreiche Zeit ab Februar (Ende der Elternzeit) mitnehmen kann.

Pläne für 2016 habe ich auch einige. Ich habe beispielsweise angefangen, für die hiesige Flüchtlingshilfe ein Blog aufgesetzt, das gefüllt werden will. Geschrieben wird auch wieder und natürlich geredet. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit bei der ZUM sowie auf das Educamp in Leipzig.

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