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neues Projekt: Papierreduktion in der Schultasche

10. März 2011 by

Ich habe mir folgendes überlegt: Wir leben in einer Wissens- und Informationsgesellschaft. Da müsst es doch möglich sein, die Papierstapel, die ich regelmäßig mit mir rumtrage (zur Schule und zurück sowie innerhalb der Schule) zu reduzieren. Von den umweltschützerischen Gründen einmal ganz abgesehen. (ok, ich verbrauche Strom, aber der ist immerhin von Lichtblick 😉 )

Um die Sache etwas organisiert anzugehen, dachte ich nach, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten:

  1. Links im Internet zu ähnlichen Projekten suchen und aus deren Erfahrungen lernen (nützliche Tools, etc.)
  2. meine Schüler darauf hinweisen, mir ihre Arbeitsergebnisse (Essays, etc.) lieber per Mail zu schicken, statt extra auszudrucken bzw. Arbeitsergebnisse direkt online erbringen lassen
  3. ein kleines, leichtes, handliches Notebook kaufen, welches ich problemlos mit mir rumtragen kann
  4. eine Methode finden, meine Unterrichtsvorbereitung sinnvoll und logisch strukturiert im Computer abzulegen (und diese dann auch nutzen)
  5. eine sinnvolle Ordnerstruktur anlegen für zusätzliche Dokumente bzgl. Schule / nützliche Tools einsetzen

Nun arbeite ich schon seit etwa Mitte des letzten Schuljahres daran und bin schon in einem fortgeschritteneren Stadium. Ich gehe mal die einzelnen Punkte durch und schreibe kurz was dazu.

1. Links im Internet zu ähnlichen Projekten suchen und aus deren Erfahrungen lernen: Ich habe festgestellt, dass das A und O sinnvolle Tools sind, sowie eine an den jeweiligen Nutzer angepasste Ablagestruktur. Ein Problem ergab sich beim Sichten der Links allerdings: ich nutze Windows. Das sollte allerdings kein Hinderungsgrund sein, finde ich. (dazu später mehr, erstmal die Links)

2. meine Schüler darauf hinweisen, mir ihre Arbeitsergebnisse (Essays, etc.) lieber per Mail zu schicken, statt extra auszudrucken bzw. Arbeitsergebnisse direkt online erbringen lassen: Das funktioniert ganz gut: etwa die Hälfte der Schüler schicken mir ihre Texte bereits digital zu (mein Problem der letzten Zeit: kein Internet – ist da seeeehr hinderlich!). Die Online-Arbeit (#ethik13: Weblog, #ethikK1: Wiki) verläuft sehr unterschiedlich. Das wäre einen eigenen Blogbeitrag wert.

3. ein kleines, leichtes, handliches Notebook kaufen, welches ich problemlos mit mir rumtragen kann: yeah 🙂

4. eine Methode finden, meine Unterrichtsvorbereitung sinnvoll und logisch strukturiert im Computer abzulegen (und diese dann auch nutzen): Ich nutze OneNote. Ich habe dort Notizbücher für jede Klasse/Kurs (ok, erstmal nur für die Ethikgruppen, Erdkunde folgt) angelegt, da die meisten Themen an eine bestimmte Klassenstufe gebunden sind. Also hab ich eins für Ethik9, eins für Ethik10 und eins für die Oberstufe (zusammengefasst, da ich die Reihenfolge der Themen innerhalb der zwei Schuljahre variiere). Innerhalb der Notizbücher habe ich für jedes Thema einen eigenen Abschnitt und in diesem Abschnitt eigene Seiten für die unterschiedlichen Unterthemen. Diese Unterthemen beinhalten meist die Planung für eine oder zwei Doppelstunden, bei größeren Projekten auch entsprechend längere Zeitabschnitte. Wie gesagt: darin plane ich meine Stundenabläufe, lege mir das entsprechende Material daneben ab. Darunter folgt dann ohne grobe Sortierung weiteres gutes Material (hier liegt das Augenmerk auf gut (!), also solches welches ich direkt oder mit kleinen Abwandlungen auch im Unterricht einsetzen könnte. (Dokumente, Podcasts, Links, Kurzfilme, …)

In meiner aktuellen Planung überschneiden sich die Themen der beiden Oberstufenkurse bereits und ich stelle erfreut fest, dass diese Art der Ablage und Dokumentation für mich sehr sinnvoll ist. Ich habe einen Pool von gut sortiertem Material (Was ich auch relativ schnell finde) und kann meine Kommentare direkt dazu schreiben. Außerdem kann ich für mich eine gewisse Flexibilität erzeugen: wenn eine Unterrichtsstunde durch Schülerbeiträge eine überraschende Wende nimmt, kann ich spontan mit weiterführendem Material darauf reagieren (und dieses für mich auch dokumentieren). – letzteres zumindest theoretisch, das muss ich erst noch ausprobieren.

Als ein Problem im letzten Schuljahr hat sich herausgestellt, dass ich mich manchmal wirklich zwingen muss, meinen Unterricht digital zu planen. Es ist viel einfacher, ein Blatt zu nehmen und den Ablauf kurz aufzuschreiben. Als Mittelweg habe ich für mich erstmal entschieden, die Stunden dann, wenn ich etwas mehr Zeit habe im Nachhinein kurz in Onenote festzuhalten – wirklich nur minimal, aber immerhin etwas auf das ich nächstes Jahr aufbauen kann.

5. eine sinnvolle Ordnerstruktur anlegen für zusätzliche Dokumente bzgl. Schule / weitere nützliche Tools: Wie bei Onenote auch, habe ich für jedes Fach einen Ordner, dieser ist nach Klassenstufen sortiert. Einzige Ausnahme sind hier die Philosophen. Texte/Materialien zu/von einzelnen Philosophen sind im Ordner „Philosophie“ gespeichert, da die Philosophen in verschiedenen Klassenstufen immer mal wieder auftauchen. In diesen Ordnern ist wahllos alles drin, was irgendwie zum Thema gehört. Wirklich sortiert/strukturiert wird es erst in Onenote.

Außerdem habe ich einen Ordner für das aktuelle Schuljahr in den eben aktuell notwendige Sachen kommen: Einladungen zu Elternabenden, Gesprächsnotizen, Fotos von einzelnen Klassen, etc. Diesen Ordner „miste“ ich am Ende des Schuljahres aus und lösche die nicht mehr benötigten Dateien.

Weitere Tools, die ich benutze: die Notenbox für die Notenübersicht, außerdem die Dropbox um am Schulrechner Zugriff auf meine Arbeitsblätter/Texte zu haben und diese auszudrucken, sowie die Onenote-Ordner auf meinen beiden Computern zu synchronisieren.

Soweit die Vorarbeit. Ab nächster Woche werde ich meinen Versuch in der Praxis starten und hoffentlich meine Papierstapel in meiner Tasche reduzieren.

Papier, was ich so schnell nicht umgehen kann:

  • meinen Kalender – ich habe zwar den Lightning im Thunderbird, aber mein echter Kalender bietet doch mehr Überblick, vielleicht finde ich dazu auch noch eine Lösung
  • Lehrbücher – einige Klassen (die Erdkundeklassen sowie #ethikK1) haben ein Lehrbuch, was ich natürlich auch mitnehmen muss, wenn ich es im Unterricht verwenden will
  • die Zettel, die ich in der Schule in meinem Fach liegen habe: Infos von anderen Lehrern/von der Schulleitung oder aus dem Sekretariat – ich versuch die aber in der Schule zu lassen.
  • einige Arbeitsmaterialien von Verlagen sind nicht digital verfügbar, diese trage ich auch mit mir rum
  • Klassenarbeiten / Tests werden auf Papier bleiben
  • Arbeitsmaterialien für die Schüler: Kopien auf denen sie markieren können, Folien für den Projektor, Materialien zur Erarbeitung

Ich versuche die vermeidbaren Papiere nach und nach zu reduzieren, mal sehen wie das klappt.

Um es noch einmal klar zu stellen: ich mag den haptischen Eindruck von Papier, ich mag verschiedene Farben und Strukturen auf Papier – da wir aber die Möglichkeit haben, viel Papier zu nutzen (auszudrucken, zu kopieren oder einfach nur vollzuschreiben) tun wir es auch. Das ist in den meisten Fällen völlige Verschwendung und überflüssig. Ich versuche dem nun etwas entgegen zu wirken und Papier wirklich bewusst einzusetzen und zu nutzen.

0 Responses to neues Projekt: Papierreduktion in der Schultasche

  1. scheppler

    Windows-Kollegen empfehele ich immer gerne einen Blick auf www.http://schulfix.de/
    Damit habe ich zu meinen Windows-Zeiten gerne gearbeitet, da man damit auch sehr gut Klassenarbeiten korrigieren kann und ansehnliche Ergebniszettel für die Schüler bekommt.

  2. Felix Schaumburg

    Hallo Mandy,

    da hast Du eine (weitere) schöne Übersicht erstellt, wie man sich der papierfreien Schultasche peu-a-peu nähern kann.

    Mein Tipp für die Papierflut im Lehrerzimmer: Nimm Dein Handy und mach ein Bild vom Schriftstück und lade es dann direkt in die DropBox (damit Du es auch direkt auf dem NetBook hast).
    In der Regel sind die Papiere im Fach ja Infos, Einladungen etc, die man nicht unbedingt auf Papier bereithalten muss. Ich leg‘ sie dann auf den Tisch, mache ein Foto und schmeiße sie weg. Seltsame Blicke legen sich innerhalb kurzer Zeit 🙂

    Gruß,

    Felix

  3. Daniel

    Hallo Mandy,
    das ist offensichtlich ein Thema, welches viele Berufsgruppen beschäftigt. Ich lass mir deine digitale Aktentasche demnächst gern mal vorführen.
    Mein Kalender ist größtenteils digital, wobei ich je einen für berufliche und für private Termine habe. Das muss bald geändert werden. Außerdem bin ich noch nicht im Smartphone/Blackberry-Zeitalter angekommen, was die Eintragung und Überprüfung von Terminen abseits des Schreibtischs schwierig macht.
    Das haptische Erlebnis mit Papier kann ich sehr gut nachvollziehen. Manchmal kritzel ich einfach vor mich hin und bilde mir ein, dann viel kreativer und schneller zu neuen Ideen und Lösungen zu kommen. Solange der PC nur Tastatur und Maus hat, wird das wohl so bleiben. Vielleicht kann ein hochauflösender Touchscreen helfen. Das allein rechtfertigt für mich aber noch nicht den Kauf eines iPads oder ähnlichem.
    Und was ist mit Backup? Wie und wie häufig sicherst du deine Daten? Da hängt ja nun doch schon einiges mehr dran als ein paar private Urlaubsbilder. In der Arbeit ist das zum Glück automatisiert. Aber zu Hause bin ich back-up-faul.

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