weblogs pädagogisch nutzen ?

Dass Weblogs unter Jugendlichen so beliebt sind, hat sich mittlerweile auch bei den Pädagogen herumgesprochen. Im Schulunterricht würden Weblogs Huffaker zufolge derzeit aber noch eher selten eingesetzt. Dabei seien Weblogs aufgrund ihrer Beliebtheit unter Jugendlichen in besonderem Maße geeignet, die Lese- und Schreibfähigkeiten von Schülern zu verbessern. Denn der durchschnittliche Eintrag in einem Weblog habe immerhin die Länge von rund zweitausend Worten – freiwillig und aus dem eigenem Ansporn heraus, sich anderen schriftlich mitzuteilen, geschriebenen Worten.

Hier liege eine Unterrichtsmethode brach, die Schüler erfolgreich zum Schreiben und Lesen motivieren könnte. Und das sei schade – zumal wenn man bedenke, welcher pädagogische Aufwand normalerweise betrieben werde, um Jugendliche zum selbstständigen Schreiben und Lesen zu animieren.

quelle, via schockwellenreiter

nun, mal ganz praktisch gedacht: wie sollten arbeitsaufträge dafür aussehen? „lege dir ein weblog an und schreibe mindestens 3 mal wöchtentlich zu einem thema deiner wahl?“ egal, was mir sonst noch eingefallen ist: es gibt immer eine art „zwang“, den schülern ja erfahrungsgemäß sämtliche motivation nimmt. bis auf einigen, die sich wirklich begeistern lassen, aber die bloggen dann vermutlich sowieso schon.

eine weitere möglichkeit wäre es ja, schon bestehende schreiberlinge in das unterrichtsgeschehen mit einzubinden. dann wird allerdings der text aus dem virtuellen in den realen kontext gezerrt, was den bloggern sicher nicht unbedingt recht ist. schließlich – wenn man der oben drüber zitierten studie glauben darf, geht es meist um persönliche probleme der jugendlichen. würden sie das öffentlich – oder auch privat in kleinem kreis diskutieren wollen, täten sie es.

nun frage ich mich also: wie sollte so eine pädagogsiche nutzung aussehen? die idee ist ja an sich sehr spannend und auch leicht daher gesagt, aber die praktische umsetzung kann ich mir nicht so richtig vorstellen ohne den freiwilligen charakter der weblogs aufzugeben, was ja ein wesentlicher bestandteil ist. außerdem, wenn man weiß, dass z.b. der lehrer mitliest, wird man als schüler sicher seine beiträge mehrfach auf rechtschreibung und grammatik korrektur lesen, womit auch das spontane, freie und unbeschwerte flöten gegangen wäre.