Rückblick auf das Schuljahr 25/26
Für das vorletzte Schuljahr hatte ich mir konkretere Ziele gesetzt – das habe ich irgendwie am Beginn des letzten verpasst. Ohne es konkret zu formulieren, wollte ich wiederum mehr Frauen in den Unterricht einbinden, außerdem individueller auf meine Schülerinnen und Schüler schauen. Außerdem stand die Einarbeitung in die ZSL-Arbeit an.
Das Schuljahr in Fakten:
- 6 Lerngruppen in Ethik, 123 SuS
- Seminarkurs „Lernen durch Engagement“
- AG: Schülerzeitung (ca. 15-20 SuS)
- 4 Tage Unterricht, davon zwei Nachmittage, 2x zur ersten Stunde, 5 Freistunden, 2h Abordnung ans ZSL
- weiterhin 75% Teilzeit
- Sonderaufgaben: Pressearbeit, Fair-Trade-Schulteam, Büchereiaufsicht, Jahrbuch, Lesekreis
- Ausflüge: Hospizverein, mehrfach zur Brettachhöhe, Jugend forscht-Ausstellung
- Fortbildungen/Tagungen: 2x mehrtägige ZSL-Redaktions-Treffen vor Ort, 1x Essayschreiben im Ethikunterricht (online), viele ZUMinare (die muss ich einfach aufnehmen, weil sie meistens sehr bereichernd sind)
- Unterricht ausschließlich im (Ethik-)Raum (dort haben auch andere Lehrkräfte mit anderen Fächern Unterricht, sie bekommen sogar einen Platz im Regal, wenn sie ihn benötigen. Den Großteil der Dinge machen aber Hefte/Bücher/Materialien für Ethik aus).
Das Schuljahr wird immer als das Schuljahr in Erinnerung bleiben, in dem ich meinen Vorsitz bei der ZUM e.V. abgab und in dem unser Bürgermeister tödlich verunglückte. Ich bin seit 2022 im Gemeinderat. Das komplette zweite Halbjahr hatte dieses Grundrauschen im Hintergrund: die Trauer überall in der Stadt, die Gemeinderatssitzungen mit der klaffenden Lücke, die formalen Abläufe, die einfach so weiterlaufen. Dadurch war das Schuljahr irgendwie gedämpft und besonders das 2. Halbjahr nur mit halber Kraft. In der letzten Schulwoche erfolgte die Amtseinsetzung des neuen Bürgermeisters.
Organisatorisches
In Kl. 6 habe ich wieder mit A5-Heften, in Kl. 7 mit von mir ausgegebenen Heftern + Stick gearbeiteten, die in der Schule blieben. Dafür habe ich schöne Werkhausboxen im Ethikraum. Ich überlege noch, ob und wie ich das weiterführe. Generell ist es für die Unterstufe sinnvoll, die Materialien im Raum zu lassen statt sie hin und her zu schleppen.
Ab Kl. 10 gibt es ein Register bzw. Trennblätter zur besseren Ordnung im Hefter von mir. Alle Lerngruppen (außer Kl. 6) haben eine Taskcard, auf der sie die AB, Links, Übungen und teilweise zusätzliche Infos finden. Die Taskcards führ(t)e ich jeweils weiter, wichtigere Sachen aus dem vorangegangenen Schuljahr schob ich in eine Archivspalte. Das werde ich beibehalten – es gibt mir, den Lerngruppen und teilweise auch den Eltern eine gute Übersicht.
Das Kursblog in der Oberstufe läuft auch weiter. Am Ende des ersten Halbjahres führte ich eine anonyme Umfrage durch, wie KI den Schreibprozess beeinflusste. Dabei kam u.a. heraus, dass sich die Lernenden konkretere Hilfestellungen wünschen. Diese gab ich in Form eines kurzen Vortrages sowie Übersichtsblattes, was erlaubt ist und was nicht. Außerdem machte ich deutlich, wie wichtig der Prozess und das Denken für Essays ist. Die Peer-Feedbacks und Kommentare blieben gleich. Einige der Kommentare waren gut erkennbar auch mit KI geschrieben.
Bereits in den Sommerferien hatte ich meine Tages- und Wochenplanung wieder in einem Bullet-Journal begonnen, was ich auch im Schuljahr weiterführte. Die Unterrichtsplanung erfolgte weiterhin mit Evernote, die AB erstellte ich mit GoodNotes. Am Anfang nutzte ich noch den Planer von PaperlessLife für viel mehr, gegen Ende nur noch für den Überblick über die Abhaklisten in den Klassen. Dafür muss ich mir im nächsten Schuljahr was anderes überlegen. Mein Bulletjournal führe ich Jahres- nicht Schuljahresweise. Ich denke, das funktioniert für mich besser. So kann ich auf Dinge aus dem letzten Halbjahr zugreifen.
Ziele
Mehr Frauen: gescheitert. Aber es arbeitet. Ich hielt einen Vortrag zu Gayatri Spivak im Rahmen der Philosophinnen-Reihe der Familienbildungsstelle Brenzhaus in Schwäbisch-Hall sowie ein Filmgespräch zu Hannah Arendt. Beide Philosophinnen beschäftigten mich also sehr, ich las viele Texte und erstellte eine Übersichtsseite zu Philosophinnen im ZUM-Unterrichten https://unterrichten.zum.de/wiki/Philosophinnen. Ich bin am Thema dran.
Mehr individueller Blick: ich denke, dass ist mir gut gelungen. Ich kann logischerweise nicht ins Detail gehen. Im nächsten Schuljahr werde ich das weiter führen und meine Beobachtungen anhand konkreterer Kriterien notieren. Dazu kommt das Mentoring, was noch mehr individuelle Begleitung von Lernenden ermöglicht.
ZSL-Redaktion: ich bin seit Anfang des Schuljahres Teil der Redaktion des Lehrerbildungsservers und des Lehrerfortbildungsservers. Ich habe inzwischen einen guten Überblick und kann mich effizient einbringen.
Meine Erkenntnisse aus 25/26:
—> Schule ist kein lernendes und sich entwickelndes System. Das frustriert mich zunehmend.
—> Der Seminarkurs braucht echte Begegnung. In diesem Schuljahr haben wir mit den Weckelweiler Gemeinschaften, Standort Brettachhöhe zusammen gearbeitet. Das hat sich als sehr sinnvoll erwiesen.
—> Der Austausch mit Fachkolleg*innen ist für mich sehr wichtig und wertvoll. In der Fachschaft konnten wir das ein wenig etablieren, da ich u.a. meine Ethikkollegin in ihrer Gruppe vertrat und wir sehr konkret über Inhalte sprechen konnten. Ansonsten bin ich weiterhin in einer Materialaustausch-Gruppe, von denen mich viele auch direkt mit konkreten Fragen anschreiben. Ich helfe und lerne gleichzeitig. Win-Win 🙂
Ausblick auf 26/27
- wieder 6 Lerngruppen in Ethik, wieder ein Seminarkurs und die AG Schülerzeitung, Unterricht wieder im Ethikraum, 80%
- so wie es jetzt aussieht: 4 Tage Unterricht, drei Nachmittage, 2x zur ersten Stunde, 6 Freistunden, 4h Abordnung ans ZSL, die Sonderaufgaben bleiben auch
- zusätzlich werde ich Mentoring-Gespräche in Kl. 7 führen
Hier schreibt: Mandy Schütze, 47, Lehrerin für Ethik und Geographie am Gymnasium, im Vorstand der 

„Schule ist kein lernendes und sich entwickelndes System. Das frustriert mich zunehmend.“
Leider auch meine Wahrnehmung 🙁
Ich hatte insgeheim gehofft, dass mir bei diesem Satz jemand vehement widerspricht :-/