Categotry Archives: Schule

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Sommersonntag

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(hier geht’s zur gesamten Blogserie, dem Wieso und Warum)

Durch einen Tipp in der Ethik- und Philosophielehrer-Facebookgruppe (ja, sowas gibts!) bin ich auf den Kurzfilm Sommersonntag gestoßen. Zur Zeit gibt es ihn mehrfach bei Youtube, einfach danach suchen ;).

Sommersonntag ist ein deutscher Kurz-Spielfilm aus dem Jahr 2008 und geht 10 Minuten.

Im Film wird recht heftig das Trolley-Dilemma dargestellt. Dadurch eignet er sich natürlich gut, um den Utilitarismus zu diskutieren. Hier gibt es dazu schon ein Arbeitsblatt „und nun, Herr Bentham?“ von Maria Kasparek.

 

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Twitterchat im Ethikunterricht

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Über Twitter hatte ich schon länger Kontakt mit Eymen Khamassi, einem Philosophie-Lehramts-Studenten aus Köln. Er schrieb seine Examensarbeit über digitale Medien im Ethik- und Philosophieunterricht. Er schrieb mir von einem Twitterchat mit Schülern. Ich wollte das schon länger mal ausprobieren und so probierte ich genau sein Setting aus. Ich hatte dadurch weniger Vorarbeit und er konnte seine Idee im echten Unterrichtsalltag umgesetzt sehen. Ich schreibe jetzt ein wenig zur Vorbereitung, Durchführung und zur Auswertung. Ich freue mich, wenn jemand diese Idee aufgreift und weiter entwickelt und hier in den Kommentaren von seinen eigenen Erfahrungen berichtet. Dass der amerikanisch Präsident twittert ist zur Zeit – unabhängig von den Inhalten – übrigens tatsächlich auch für Schüler ein Argument, Twitter zumindest einmal auszuprobieren.

Vorarbeit: Wir haben die Vertragstheorien von Smith, Hobbes, Rousseau und Rawls im Unterricht ganz klassisch anhand von Texten erarbeitet. Zur Vertiefung und damit sich die Schüler noch einmal – auch im Vergleich mit allen vier Ansätzen beschäftigen müssen, kam dann der Twitterchat zum Einsatz. Ich habe am Abend zuvor vier Twitter-Accounts angelegt: der Name des Philosophen, dann ein Unterstrich und dazu gg – für den Namen unserer Schule. Da ich sie alle auf die selbe Mailadresse und vom selben Computer, kurz hintereinander angelegt habe, dachte Twitter wohl, es seien Spam-Accounts. Bei zweien hatte sich das Twitter schon an dem Abend überlegt und ich konnte entsprechend handeln, bei den anderen beiden erst im Laufe der Nacht, sodass diese beiden Accounts nicht an unserer Twitterwall sichtbar waren.
Eine weitere Vorarbeit meinerseits: nachdem ein Hashtag gefunden war, der mit Philosophie zu tun hatte, kurz und knapp war sowie schon über ein Jahr ungenutzt war (#philochat), bereitete ich mit Tweetdeck die Fragen von Eymen vor. Ich stellte alle so ein, dass sie während der Unterrichtszeit in etwa im 5-Minuten-Takt veröffentlicht werden. Insgesamt waren es 10 Fragen. Für meine Schüler bereitete ich einen Aufgabenzettel vor (bei den Schülern stand selbstverständlich ein Passwort dabei ;)):

im Unterricht: Da wir eine Doppelstunde hatten und ich den Twitterchat für die 2. Stunde geplant hatte, musste ich etwas mehr als sonst auf die Zeit achten. Knapp aber rechtzeitig teilte ich meine Schüler in 4 Gruppen á 3 Schüler ein und gab ihnen die Aufgabe. Der Twitterchat begann mit der Vorstellungsrunde. Während des Unterrichts blendete ich auf dem Whiteboard eine Twitterwall ein. Ich probierte einfach die aus diesem Artikel, welche tatsächlich funktionierte und mit unserem manchmal etwas langsamen Internet in der Schule auch zu halbwegs passablen Ergebnissen führte… Außerdem versuchte ich herauszufinden, warum zwei der Accounts nicht eingeblendet werden, s.o. … Meine Schüler kämpften mit / gegen die alten Computer.

Nacharbeit: Ich erstellte mit Tags eine Dokumentation des Twitterchats. Etwas aufgehübscht und sortiert sah es dann so aus. In der nächsten Unterrichtsstunde besprachen wir den Twitterchat noch einmal kurz nach:
Ist das Format sinnvoll zur Zusammenfassung philosophischer Theorien?
Wie war es für die Schüler, sich in andere Personen hineinversetzen zu müssen?
Wie war es, sich kurz fassen zu müssen (eine Woche vorher wurde das Twitter-Zeichenlimit von 140 auf 280 hoch gesetzt ;))?
Blick aufs Twitterprotokoll: Sind die Inhalte verständlich und prägnant genug?
Hat der Twitterchat Spaß gemacht und sollte wiederholt werden?

Meinen Schülern hat das Experiment gut gefallen. Leider waren sie durch die alten Computer etwas ausgebremst. Aus meiner Beobachtung hätten auch 2 Schüler pro Gruppe gereicht, dafür hätte man dann manche Philosophen evtl. doppelt besetzen können. Ich fand es sehr spannend und konnte auch sehen, welche Schüler bereits Erfahrung mit Twitter haben und für wen das komplettes Neuland war.

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Mini-Fortbildung auf Bestellung

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Vor einigen Wochen habe ich folgenden Aushang im Lehrerzimmer gemacht: 

Es haben sich tatsächlich jeweils montags drei Kollegen eingetragen. Die Minifortbildung zu Mathe digital findet jetzt am kommenden Montag statt, die andere am Montag nach den Ferien.

Ich bin gespannt, auf welche Resonanz es stößt. Ich werde die Zusammenfassung dann hier einstellen.

Die Idee der Minifortbildungen kam übrigens nicht von mir, ich habe sie in einem Tweet entdeckt und das Vorhaben schon lange im Hinterkopf. Zum Anfang des neuen Jahres und mit all den guten Vorsätzen ( 😉 ) legte ich gleich los. Übrigens hat mir eine Kollegin schon gesagt, das sie 15 Minuten zu kurz findet und gern mehr Zeit hätte…


Übrigens habe ich noch einige Ideen für solche Miniforbildungen, z.B. Erinnerung sichtbar machen und das Projektwiki.

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das war 2017 – Rückblick

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Der Januar begann mit den Vorbereitungen zu einem Seminar zu digitalen Medien im Unterricht. Außerdem war ich beim ersten Treffen des Bündnis freie Bildung in Frankfurt, bei dem auch ein Podcast über das Bündnis entstanden ist. Im März durfte ich im Rahmen der GEW-Tagung zur Arbeit mit Wikis und Etherpads referieren, anschließend im Barcamp noch zur Vernetzung von Lehrern via Twitter. Zusätzlich war ich im März beim ZUM-Workshop, der zusammen mit einem Hackathon von Edusharing veranstaltet wurde, in Frankfurt. Im April fand das Educamp in Bad Wildbad statt. Im Mai habe ich beim COER 17 mit gemacht. Kurz vor dem Beginn meines Mutterschutzes in den Pfingstferien warteten noch zwei größere Ereignisse auf mich: wir waren zu fünft in London. Dort waren wir u.a. am Themse-Flutwehr und selbstverständlich beim Nullmeridian in Greenwich. Außerdem wurde ich zur Oberstudienrätin ernannt. Im Juli nahm ich noch mündliche Abiturprüfungen ab, dann kam der Abiball und 3h nach meiner Rückkehr von selbigem machte sich K4 auf den Weg. Der Sommer stand ganz im Zeichen von #Kind4. Im September fuhren dann nur wir zwei nach Frankfurt zum Dalai Lama. Ab Ende September war ich wieder in Teilzeit arbeiten: meine beiden Ethik-Oberstufenkurse sowie die AG Schülerzeitung. Ich bloggte über meine digitale Unterrichtsvorbereitung seit 2012. Im November fand das 20. Jubiläum der ZUM statt und einige der ZUM-Projekte erhielten einen OER-Award bzw. Nominierungen. Nebenbei habe ich viel genäht, gestempelt und gebastelt.

2017 war für mich/uns ein ereignisreiches und gutes Jahr.

gelesen:

Kino/Serie/Podcasts:

  • haha, allein für Kino lohnen sich die Aufzählungszeichen gar nicht. Immerhin war ich ein Mal im Kino: zum Marx-Film. Philosophenkino. Leider ohne so viel Tiefe wie der Hannah-Arendt-Film
  • The Grown (Netflix, Staffel 1&2)
  • The Big Bang Theory (bis einschl. Staffel 9)
  • Dr. Who (ich weiß nicht mehr, bis zu welcher Staffel, 5 oder 6)
  • fast jede Folge der Lage der Nation gehört. Der Weihnachtsmann brachte mir ein Abo.

Entdeckung des Jahres:

  • Schneegestöber und Schneemannsuppe
  • mein Bullet Journal. Ich führe es seit April und bin sehr begeistert. Ich habe mehr Überblick über wichtiges / to dos und Termine, weil wirklich alles an einem Platz steht und ich vieles auch wieder finde. Außerdem kann ich dort auch ein wenig rumkritzeln (s.u.).

Ausblicke:

Ich merke, dass mir zur Zeit die Energie und auch die Zeit für größere Projekte, auch z.B. für Artikel in Zeitschriften fehlt – und dass ich tatsächlich auch mal ablehnen kann. Ein paar Sachen habe ich mir aber dennoch vorgenommen: ich möchte Handlettering üben, mehr lesen und meine Nähliste wächst auch schneller als ich sie abhaken kann. Wenn K4 ein Jahr alt ist, gehe ich wieder mehr arbeiten (ok, nur 3 Wochen erstmal, dann sind Sommerferien 😉 – aber dann ab September so richtig, 75%. Außerdem werkeln wir bei der ZUM am neuen Wiki, was auch zunehmend mehr Aufmerksamkeit fordert – aber dann hoffentlich gut wird 🙂

Rückblicke: 2016, 2015 (in Bildern und in Worten), 2013, 2012

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Print lebt! – zumindest als Schülerzeitung

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Da ich jetzt schon öfter nach der Organisation der Schülerzeitung gefragt wurde, versuche ich mal meine Erfahrungen etwas aufzuschreiben.

Ich mache das Layout, da meine AG-Schüler erst in der 5.-8. Klasse sind und teilweise noch mit Word kämpfen. Bei älteren Schülern mit vernünftigen Rechnern kann man das auch an die Schüler übertragen. Ich nutze Scribus, ein Open Source-Programm. Man kann damit viel machen, muss sich aber erst reinfuchsen. Die erste Ausgabe sah noch ganz schön doof aus, inzwischen bin ich ganz zufrieden – auch wenn es nicht so mega-stylie-mäßig aussieht, wie die Zeitschriften am Zeitschriftenkiosk. Es gibt auch ein Wiki mit einer ganz guten Einführung zu Scribus. Die Bilder hier auf der Seite sind alles Screenshots von Scribus. 

Zur Organisation: wir machen 3 Ausgaben pro Schuljahr. Sie erscheinen jeweils in der Woche vor den Weihnachtsferien, vor den Osterferien und vor den Sommerferien. Am Anfang schauen wir, was wir für Termine haben und verteilen, wer wohin geht und darüber schreibt. Meist ergibt sich aber auch spontan noch viel. Außerdem überlegen wir, welche Themen wir noch rein nehmen wollen. In der letzten Sommerferienausgabe haben wir z.B. einen Freibadtest der Freibäder hier in der Umgebung gemacht – zwei haben ein paar Kategorien aufgeschrieben, was für jedes Freibad unbedingt drin sein muss und dann haben wir die Bäder aufgeteilt, sodass jeder in sein Stamm-Bad ging und alles ausgefüllt hat. Meist haben wir auch Interviews mit neuen Kollegen oder mit scheidenden Lehrern drin. Außerdem oft ein Interview oder einen Bericht über tolle Freizeitaktivitäten von Schülern – einer z.B. tanzt, andere singen, einer fotografiert, etc.

Außerdem gibt es Berichte über die Austausche, ein Rätsel (da überlegen sie sich jedesmal was anderes, das ist total toll) und einen Bericht von einem ehemaligen Schüler – den Kontakt stelle ich her und die Ehemaligen schreiben über ihre Zeit nach dem Abi, meist Auslandsaufenthalte oder was sie eben so gemacht haben. Das ist sehr spannend und zeigt, dass es noch eine Welt „da draußen“ gibt. Außerdem hatten wir schon zwei Mal einen Bericht von Schülern, die während der Schulzeit eine Zeit lang im Ausland verbracht hatten. (Das Inhaltsverzeichnis ist von der Sommer-Ausgabe. Ich sehe gerade erst, dass dort ein Tippfehler drin ist…. bisher ist das wohl niemandem aufgefallen ;)) Aktuell bereiten wir die Weihnachtsausgabe vor. Dazu hat die AG eine Umfrage unter der Schülerschaft über die Schülerzeitung durchgeführt. (hier kommt dann der Link rein, wenn ich dazu was gebloggt habe ;))

 

Meist liegen wir so zwischen 48 und 56 A5-Seiten (Seitenzahl muss durch 4 teilbar sein). Wir drucken bei ESF. Wir verkaufen meist an 3 Schultagen mit entsprechender Beschallung auf dem Schulhof. Bei etwa 400 Schülern haben wir eine Auflage von 150 Stück, die wir aber selten sofort komplett los werden. Wir verkaufen auch manchmal bei Elternabenden (wenn welche für alle Klassenstufen sind) oder bei Elternsprechtagen. Dadurch habe ich zur Zeit nur noch von den letzten beiden Ausgaben Exemplare. Alle anderen sind verkauft. Außerdem muss man noch Belegexemplare für die AG, die Werbekunden, die Schulleitung, das Archiv und die Schulbücherei (dort wird sie erst ein-zwei Wochen nach dem Verkauf ausgelegt) einplanen. Seit diesem Schuljahr haben wir auch ein „Eltern-Abo“ für die vergesslichen Schüler/Eltern, die gern eine Schülerzeitung haben wollen, den Verkauf aber aus welchen Gründen auch immer regelmäßig verpassen. Die Schüler bekommen automatisch die Schülerzeitung in die Klasse gebracht, zahlen dafür aber 5€ fürs ganze Schuljahr. (Auch ein Lehrer nutzt dieses Angebot ;))

Eine Zeitung kostet 1€. Der Rest (meist die Hälfte des Betrages) wird über Werbung finanziert. Die Geschäfte und Firmen der Umgebung zahlen für eine A5-Seite 30€, bei Diercke gibts 50€ (allerdings nur ein Mal pro Jahr pro Schule), bei Schultopf gibts 100€, bei adbrixx legt man es selber fest.

Die AG trifft sich jede Woche, donnerstags 7./8. Stunde. Da ich meist ein Mittagsschlaf-Kind zu Hause habe, treffen wir uns oft bei mir. Die AG bekommt von mir einen großen Topf Nudeln und Soße gekocht, dann essen sie, anschließend kriegen sie Stifte und Papier bzw. Laptop oder Tablet in die Hand und schreiben los. Meist hat noch jemand was gebackenes mit. Dieses Schuljahr sind 12 Schüler in der AG. 

ach ja: Facebook-Seite gibts auch (ich habe die AG erst vor 2 Jahren übernommen). Außerdem haben wir eine offizielle Schul-Mailadresse, sodass wir auch bei Werbe-Anfragen ganz seriös rüber kommen (hoffe ich…).

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Digital Workflow: digitale Unterrichtsvorbereitung seit 2012

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Was bisher geschah:

Wie es weiter ging:

Von den Tools, die ich 2014 nutzte, sind aktuell noch in Benutzung:

  • Devon Think und Evernote bilden weiterhin die Grundlage meines Workflows. Der Unterricht wird am heimischen Laptop vorbereitet – wobei ich viel davon profitiere, dass ich schon 5 Schuljahre digital habe – ich verwende einiges, passe es an, sortiere um, ergänze. In der Schule liegt mein Ipad Pro liegt auf dem Tisch und Evernote zeigt mir den Stundenverlauf, die Arbeitsblätter (habe ich als pdf drin) sowie (falls vorhanden) Musterlösungen oder Tafelbilder. Auf dem Bild seht ihr meine Ethikstunde in der Kl. 12 für übermorgen. Außerdem habe ich einzelne Notizbücher bereits Kollegen zum Stöbern frei gegeben. Seit kurzem kann ich in Evernote auch handschriftliche Notizen einfügen, sodass ich mir auch schnell mal was aufschreiben kann.
  • Teachertool für alles rund um Notenverwaltung und Kursdokumentation,
  • ZUMPad für schnelle Notizen, z.B. Texte der Schülerzeitung, Linklisten, Protokolle, etc.
  • Dropbox für Dateien, die mit anderen getauscht werden (für Dateien, die ich Schülern zur Verfügung stelle nutze ich Nextcloud.)
  • Doodle für Terminabsprachen, insbesondere bei den Vorbesprechungen der Präsentationsprüfungen

Weiterhin nutze ich

  • eine NAS (Network Attached Storage) von Synology für digitale Medien, also z.B. Filme oder Podcasts.
  • Arq Backupsystem für Backups zu meinem Amazon-Speicher
  • eine SD-Karte, auf der die Devon-Think-Datenbanken liegen, denn der Laptopspeicher kam recht schnell an seine Grenzen.
  • ein Bullet-Journal für Termine und To-dos, darüber schreibe ich evtl. mal extra was.
  • pdf expert um pdfs mit handschriftlichen Notizen zu versehen (z.B. Hausarbeiten von Schülern oder Mitschriften in Tagesordnungen, etc.)
  • Scribus für die Erstellung der Schülerzeitung, aber auch das wäre nochmal einen extra Artikel wert 😉

Wie es weiter geht:

Zur Zeit probiere ich verschiedene Schreib- und Fotobearbeitungsprogramme beim IpadPro mit dem Stift aus. Wenn ihr dafür noch gute Tipps habt bzw. wie ich mein neues Ipad pro mit Stift noch sinnvoller in den Workflow einbinden kann, bin ich auch sehr interessiert 🙂

Durch einen Artikel von Ralf Appelt bin ich auf classroomscreen gestoßen, dass ich sicher in nächster Zeit mal ausprobieren werde.

 

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Für mehr Herzensbildung in der Schule

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Anlässlich der Eröffnung des Tibethauses in Frankfurt stattet der Dalai Lama zur Zeit der Mainmetropole einen Besuch ab. Neben einem öffentlichen Vortrag über Globale Ethik fand am Mittwoch, 13.9. auch eine Diskussion mit Schülern aus der Region statt. Wobei Diskussion einen falschen Eindruck vermittelt, denn viele Schüler durften vorher ihre Fragen einreichen, diese wurden sinnvoll umformuliert und anschließend durften 10 Schüler sich jeder eine raus suchen um sie dem Dalai Lama auf der Bühne zu stellen. Einer der Schüler sagte hinterher, dass seine Erwartungen an die Veranstaltung übertroffen wurden, da der Dalai Lama für viele Fragen weit ausholte und sie in größerem Kontext beantwortete. Nur bei einigen Fragen antwortete er zunächst ganz kurz um nach einer kleinen Bedenkzeit weitere Erläuterungen nachzuschieben. Eine dieser Fragen war z.B. wie er es schaffen würde, angesichts der vielen Kriege und der Gewalt auf der Welt immer so freundlich und fröhlich zu sein. Seine spontane Antwort: „That’s my secret!“ Darauf folgt sein herzhaftes Lachen – und es braucht keinen Übersetzer um seine Heiterkeit nachvollziehen zu können.

Ein Themenkreis taucht immer wieder auf – sowohl in den Fragen als auch in den Antworten: was können wir für eine bessere Welt tun, was sollten unbedingt in der Schule unterrichtet werden, wie können wir dauerhaft Frieden schließen, wie sollten wir Flüchtlingen begegnen, etc. Immer wieder kam der Dalai Lama auf das Thema Bildung. Nicht nur das Wissen sollte gelehrt werden, sondern auch Herzensbildung sollte betrieben werden. Werte wie Mitgefühl, Respekt vor anderen Lebewesen, Achtsamkeit müssen ebenso Teil des Lehrplans sein. Eine der Schüler-Fragen zielte genau auf dieses Thema: ob man auch aus den Erfahrungen von anderen Lernen könne, wo doch jeder seine eigenen Fehler machen muss oder ob man besser alles im Alleingang lernt. Bei der Antwort nannte er drei zentrale Dimensionen des Lernens: das Wissen, die Analyse mit Hilfe eigener Maßstäbe und schließlich die Umsetzung im Handeln. Gerade dabei wird erst deutlich, ob o.g. Grundwerte in die Praxis umgesetzt werden können.

Am Donnerstag findet ein Symposium u.a. mit dem Dalai Lama, Wolf Singer, Gert Scobel, Lobsang Negi statt, bei dem der Frage nachgeforscht wird, was unsere Gesellschaft, insbesondere unsere Jugend für die Herausforderungen der Zukunft stark macht. Dabei kommt es besonders auf den Dialog zwischen westlicher wissenschaftlicher und buddhistischer Sicht an.
Noch zwei, drei Randbemerkungen: im Saal heute waren etwa 1800 Jugendliche. Einige davon traf ich während der Veranstaltung auf der Toilette. Sie fassten die Gedanken des Dalai Lama mit den Worten „Ey, der labert so ein Scheiß!“ zusammen. Insgesamt war sehr viel unaufmerksame Bewegung im Saal. Außerdem sprach ich mit Amelie Hipp, mit 13 Jahren die jüngste Schülerin auf dem Podium, die ihre Frage los werden durfte. Für sie war es ein überwältigendes Erlebnis. Ihr ist besonders aufgefallen, wie achtsam der Dalai Lama jede Tätigkeit ausführt. Er lässt sich nicht ablenken, er macht das, was er tut zu 100%.

Dieser Beitrag erscheint ebenso auf ZUM.de.

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Nachtrag zu Mai: Geo-Links des Monats

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Methodisches / Lernen im digitalen Zeitalter:
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Ethik-Links im Mai

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Und sogleich folgen meine gesammelten Links zum Fach Ethik / Philosophie in den letzten vier Wochen.

 

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Nachtrag: Geo-Links des Monats April

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Ganz vergessen, hier zu verbloggen: meine gesammelten Geographie-Links im April (ich stelle gerade die für Mai zusammen…).

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