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Der Film Hundeleben von Veit Helmer (es gibt noch einen anderen Kurzfilm gleichen Namens, deshalb hier der Name des Regisseurs) geht 7 Minuten und ist wirklich herzerweichend. Ein kleiner, hungriger Straßenjunge stellt auf dem Markt fest, dass sein Geld nicht für das Abendessen reicht. Mit Raffinesse besorgt er sich das Gewünschte. Als die betrogenen Verkäufer ihm folgen und seine Lebensumstände sehen, sehen sie plötzlich von Strafmaßnahmen ab.

Der Film lässt sich bei Fragen nach der Gerechtigkeit, aber auch bei der Beurteilung von Entscheidungen und Handlungen einsetzen. Dabei eignet sich ein Vergleich mit „Jürgen in seinem Passat“. Ich nutze den Film als Einstieg in Kants Pflichtethik. Dabei geht es zunächst darum, wer aus welchen Gründen und mit welchen Erwartungen handelt. Dazu werden zunächst die Erwartungen herausgearbeitet, daraus werden Pflichten abgeleitet und nach Kant in vollkommene und unvollkommene eingeteilt.

Bereits hier kann man auf Handlungsmotive eingehen und thematisieren, welche Rolle dabei Gefühle spielen (die Kant ja weitgehend ausschließt, bis auf sein selbstgewirktes Gefühl in der Fußnote, die die Achtung vor dem Gesetz hervor bringt, Reclam-Ausgabe S. 40)