Nachdem ich auf die spärliche Ausbeute meiner gelesenen Bücher 2015 schaute, habe ich mir für 2016 vorgenommen etwas mehr zu lesen. Jeden Monat, so dachte ich mir, könnte ich ein Buch lesen. So begann ich gleich im Januar mit Joachim Meyerhoffs „alle Toten fliegen hoch / Amerika“. Auf das Buch kam ich, als ich mich im Blog „Draußen nur Kännchen“ durch ältere 12von12-Beiträge klickte. Dort gibt es einen Lesebefehl zu einem späteren Meyerhoff-Buch. Ich wollte mit einem früheren anfangen und entschied mich für das.

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Sehr schön geschrieben, stellenweise etwas lang. Die Anekdoten aus dem ländlichen Amerika waren allesamt sehr erheiternd. Die Geschichte ist schnell erzählt: ein 17jähriger meldet sich zu einem Amerika-Jahr an. In Deutschland lebt er in einer Kleinstadt mit seinen Eltern und seinen 2 Brüdern. Er will, dass in Amerika alles anders, toller und überhaupt endlich großartiger wird. Seine Gasteltern leben in Wyoming, sehr ländlich und haben 3 Söhne, wobei nur noch einer zu Hause wohnt. Die Enttäuschung ist groß und trotzdem gibt es viele Unterschiede, die teils sehr grotesk, teils sehr verwundert beschrieben sind. Nach etwa 3 Monaten stirbt sein mittlerer Bruder, sodass er durch sein Amerika Jahr auch die Trauer aufschieben kann. Auf alle Fälle werde ich ein weiteres Buch von Meyerhoff lesen.

DSC_1918Im Januar habe ich sogar noch ein zweites geschafft. Mit Agota Kristof kann ich für mich nichts falsch machen. So bestellte ich mir eins, dass ich noch nicht kannte: Irgendwo. Eine Sammlung von Novellen.

Nachdem ich nun schon einiges von Agota Kristof gelesen habe, freue ich mich mich nach solchen Büchern wie das von Meyerhoff richtig auf ihren Stil. Nicht, dass der andere schlecht wäre, aber sie schreibt so nüchtern, so neutral und so karg über teilweise schreckliche und grausame Dinge. Der Kopf ist zur Einordnung so unglaublich gefordert, dass mich dieser Stil jedesmal in seinen Bann zieht und ich sehr schnell lese. Vielleicht auch, um die darin beschriebenen furchtbaren Sachen schnell wieder zu vergessen.