Categotry Archives: gelesen

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der untergeher

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thomas bernhard: der untergeher

das ende endlich erkämpft! es liest sich weder allzu flüssig noch allzu spannend. das ende ist auch eigentlich bekannt. einzig die seltsame veränderung des herrn wertheimer stellt mich noch vor einige rätsel: warum und wieso?

ps: für inhaltsangabe aufs bild klicken.

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thomas bernhard

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die landlebenden

der auf dem land lebende verdummt mit der zeit, ohne dass er es merkt, eine zeit lang glaubt er, es sei originell und seiner gesundheit förderlich, aber das landleben ist überhaupt nicht originell, sondern eine abgeschmacktheit für jeden, der nicht auf dem und für das land geboren ist, und es ist für die gesundheit nur schädlich. die leute, die auf das land gehen, gehen auf dem land ein und sie führen eine wenigstens groteske existenz, die sie zuerst in die verdummung und dann in den lächerlichen tod führt.

thomas bernhard, s. 29

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günther anders zum dritten

Wir sind invertierte Utopisten. Dies also ist das Grund-Dilemma unseres Zeitalters: Wir sind kleiner als wir selbst, nämlich unfähig uns von dem von uns selbst Gemachten ein Bild zu machen. Insofern sind wir invertierte Utopisten: Während Utopisten dasjenige, was sie sich vorstellen, nicht herstellen können, können wir dasjenige, was wir herstellen, nicht vorstellen.

(aus: Die atomare Drohung)

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günther anders, zum zweiten

modell der sinnesaufnahme ist heute weder, wie in der griechischen tradition das sehen; noch wie in der jüdisch-christlichen tradition das hören, sondern das essen. wir sind in eine industrielle oralphase hineinlaviert worden, in der der kulturbrei glatt hinuntergeht.

aus: die antiquiertheit des menschen

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Die drei Hauptthesen: daß wir der Perfektion unserer Produkte nicht gewachsen sind; daß wir mehr herstellen, als wir uns vorstellen und verantworten können; und daß wir glauben, das, was wir können, auch zu dürfen: diese drei Grundthesen sind angesichts der im letzten Vierteljahrhundert offenbar gewordenen Umweltgefahren leider aktueller und brisanter als damals. GÜNTHER ANDERS

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die schwierigkeit ist, dass es nicht genügt, wenn sie genau den regeln entsprechend leben. es gelingt ihnen ja (wenn auch oft nur ganz knapp, aber alles in allem schaffen sie es doch), den regeln entsprechend zu leben. ihre steuererklärung ist in ordnung. die rechnungen werden pünktlich bezahlt. sie gehen nie ohne personalausweis aus dem haus (nicht zu vergessen: das kleine etui für die scheckkarte…).

trotzdem haben sie keine freunde.

(aus: michel houellebecq: ausweitung der kampfzone)

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Buch, gelesen

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umberto eco: wie man mit einem lachs verreist

natürlich lese ich bücher (meist), bevor ich sie verschenke 🙂 in diesem sind kurz zusammengefasst wichtige erkenntnisse für das leben in der großen weiten welt versammelt. so zum beispiel, wie man intelligente ferien macht, wie man eine privatbibliothek rechtfertigt, wie man ansteckende krankheiten vermeidet, wie man sich das leben durch maschinen erleichtert und eben: wie man mit einem lachs verreist. die meisten sind witzig, spritzig geschrieben, sehr kurzweilig und meist mit pointe zum schmunzeln. den zweiten teil allerdings: die wahren geschichten habe ich nur angelesen und dann schnell das interesse verloren … ob ich da was verpaßt habe?

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Buch

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buch, gelesen

ein 15 jähriger junge bekommt einen brief von seinem seit 11 jahren verstorbenen vater. soweit zur rahmengeschichte. in dem brief geht es um die spannende und nervenaufreibende suche nach der liebe, um das leben und sterben, um die kleinen wunder der welt und die faszination des hubble-teleskops. am wichtigsten ist aber die frage, wenn man vor zig milliarden jahren vor die entscheidung gestellt werden würde, ob man irgendwannirgendwo auf der wunder-baren erde leben möchte, von der man dann aber unvermittelt wieder weggerissen wird und man plötzlich alles verlassen muß, um dann bis in alle ewigkeit in der versenkung zu verschwinden. würde man trotzdem dieses leben wählen, schmerz- und leidvoll, oder würde man dankend abwinken und dieses wagnis gar nicht erst eingehen.

beim lesen des buches kam ich mir etwas zu alt dafür vor. die sprache und die gedanken waren mir an vielen stellen zu lasch und unausgegoren. da ich auch irgendwie nicht mehr richtig zur zielgruppe „jugendlicher“ gehöre ist das wohl auch kein wunder.

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2003

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rückblick: bücher, fertig gelesen

rafik schami: mit fremden augen

kundera: die unwissenheit

– barbara thalheim: mugge

kundera: der scherz

– e. brooke: von salbei, klee und löwenzahn/ praktisches kräuterwissen für frauen

– rafik schami: gesammelte olivenkerne

– g.p.sjöberg: filzen/ alte tradition und modernes handwerk

bernhard schlink: liebesfluchten

– jana hensel: zonenkinder

– diverse bücher über kräuter, zum pirna-projekt, über dresden und fürs studium

nachträgliches

fertig lese ich bücher sowieso nur, wenn sie mich ansprechen… insofern habe ich hier noch ziemlich viele angefangenen. deshalb kann ich auch keine top 5 machen… allerdings sticht eines heraus, was mich sehr überrascht hat und mir auch viel gegeben hat: der scherz von kundera

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Frage

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nachdem wieder überall die statistischen berechnungen auftauchen, warum es diesen dicken mann mit den fliegenden rentieren gar nicht geben kann, hier jetzt das gegenteil. (was mir persönlich tausend mal besser gefällt :-))

Gibt es einen Weihnachtsmann?

Die achtjährige Virginia O´Hanlon aus New York wollte es ganz

genau wissen. Darum schrieb sie an die Tageszeitung „Sun“ einen

Brief:

„Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt

keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der „Sun“ steht, ist

immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen

Weihnachtsmann?“

Virginia O´Hanlon

Die Sache war dem Chefredakteur Francis

Church so wichtig, dass er selber antwortete – auf der Titelseite

der „Sun“:

„Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben

nur, was sie sehen, sie glauben, dass es nicht geben kann, was

sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller

Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder

einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges

Insekt.

Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu

erfassen und zu begreifen. Ja, Virginia, es gibt einen

Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und

Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben

schön und heiter sein.

Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann

gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine

Poesie – gar nichts, was das Leben erträglich macht. Ein

Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht

der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.

Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den

Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten,

er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den

Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme ihn zu

Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht in einfach

so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben

meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf

Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.

All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen – das

vermag nicht der Klügste auf der Welt.

Was du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein

Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren

suchen. Du wirst nur einige bunte Scherben finden, nichts weiter.

Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt,

einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreisen

kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann

werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu

erkennen sein. „Ist das denn auch wahr?“ kannst du fragen.

Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und beständiger.

Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in

zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich

und jedes offen Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia. Dein Francis Church.

PS.: Der Briefwechsel zwischen Virginia O´Hanlon und Francis P.

Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes

Jahrhundert – bis zur Einstellung der „Sun“ 1950 – alle Jahre

wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung

abgedruckt.

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