Nachdem am Sonntag beim Educamp in Frankfurt eine Moodle-Session angeboten wurde, fühlte ich mich innerlich gezwungen, eine Wiki-Austausch-Session zu initiieren. Ja, ich nutze auch Moodle, werde damit aber nicht warm.

Eine erste Umfrage in der Session ergab, dass viele Wikis kannten, teilweise auch benutzten, aber an praktischen Einsätzen mit Schülern interessiert waren. Da die Session recht spontan entstanden ist, hatte ich mir vorher nur kurz im zugehörigen Etherpad ein paar Beispiele rausgesucht, die ich kurz ansprechen wollte.

Grob lässt sich die Nutzung unterteilen in:

  • Lehrer tauschen Material mit Kollegen aus
  • Lehrer stellen Material für Schüler bereit
  • Schüler arbeiten selbständig im Wiki, die Lehrer begleiten die Arbeit.

Fragen kamen hauptsächlich in Richtung Copy-and-Paste-Verhalten der Schüler. Die anwesenden wikinutzenden Lehrer bestätigten meine Vorgehensweise: Schüler dafür sensibilisieren, dass auch im digitalen Kontext eigenes Denken erforderlich ist, Urheberrechtsverstößen grundsätzlich auf den Grund gehen (Plagiatsuchmaschinen gibt es inzwischen einige) UND die Aufgabenstellungen entsprechend so gestalten, dass das Kopieren aus z.B. Wikipedia-Seiten nicht möglich ist.

Eine weitere Frage war: wie bekommt man Kollegen dazu, ein Wiki aktiv zu nutzen? Darauf habe ich keine Antwort. Ich habe u.a. Fortbildungen angeboten, die von einem Bruchteil der Kollegen wahrgenommen wurde, die vorher Interesse signalisierten. Generell bin ich dazu übergegangen, Wikis ganz normal als Medium zu nutzen (den Zielen und Methoden untergeordnet) und bekomme von den Kollegen gelegentlich rückgemeldet, dass meine Schüler den Nutzen eines Wikis erkannt haben und fragen, warum es im Unterricht von Kollege xy nicht verwendet wird ;).

In meiner Session hatte ich die Wikiarbeit natürlich nicht so schön unterteilt. Ich werde die Beispiele entsprechend zuordnen:

1. Lehrer tauschen Material mit Kollegen

Dafür eignet sich das ZUM-Wiki sehr gut – Ideen, Unterrichtseinheiten, Arbeitsblätter. Alles wird durch den Kontext (Fächer, Verlinkung durch umliegende Themen, etc.)  und die Kategorien gut auffindbar. Einige Beispiele ergänze ich hier noch – jeder möge für seine Fächer genauer schauen (und die bestehenden Seiten ergänzen ;)).

2. Lehrer stellen Material für Schüler bereit

Auch dafür gibt es viele Beispiele:

  • Indien und China im Vergleich
  • Lernpfade Mathematik – Lernpfade nutzen die Möglichkeiten der Einbindung verschiedenster Medien ins Wiki (z.B. lerningapps.org) um den Schüler durch vorgegebene Schritte zum Erarbeiten eines Themas / zum Üben / Wiederholen zu bringen. Lernpfade sind vergleichbar mit Stationenarbeiten, gekennzeichnet durch eine vorgegebene Reihenfolge und die Nutzung verschiedener Medien und damit auch das Lernen über verschiedene Kanäle: Hören, Lesen, selber machen, etc.  / Lernpfade gibt es auch für andere Fächer – ich hatte in der Session noch den Lernpfad zum Thema Okkultismus gezeigt. (die Besonderheit dabei: der Lernpfad entstand durch Studierende im Rahmen eines Uni-Didaktikseminars und ersetzte die doch meist theoretische Hausarbeit)
  • Im Zusammenhang mit den Lernpfaden Mathematik wies ich auf die Neuerung bei den GeoGebra-Dateien hin. Am Vortag stand dieses Thema auf der Agenda und es konnte eine Lösung gefunden werden, die es ermöglicht, dass alle Dateien wieder angezeigt und neuerdings auch auf dem Ipad (Java-verweigerer) genutzt werden können. Mehr dazu auf der Wikiseite zu Geogebra.
  • Auf der Übersichtsseite zu den Quiz‚ gibt es viele verschiedene Beispiele, welche spielerischen Formen man im Wiki einsetzen kann.

3. Schüler arbeiten selbständig im Wiki

4. Klassen- und Schulwikis

Klassen- und Schulwikis beinhalten typischerweise alle drei (oder wenigstens zwei) der o.g. Formen. Deshalb stelle ich einige Beispiel hier vor, doch auch hier gibt es viele viele weitere Beispiele.

  • Christiane Schicke zeigte ihr Klassenwiki – auch die Eltern nutzen das Wiki, um z.B. über Hausaufgaben informiert zu sein.
  • Beim Wiki zur Afrika-Projektwoche arbeiteten viele Schüler am selben Thema. Im Wiki findet sich sowohl inhaltliches als auch dokumentarisches aus der Woche.
  • Ich zeigte noch das RMG-Wiki, als eines der ältesten Schulwikis. Auf der Projekt-Seite bekommt man einen guten Einblick in die Vielfalt der Arbeit mit Wikis.
  • Kurs- und Klassenseiten gibt es inzwischen einige im ZUM-Wiki. In der Session saß Monika Heusinger, die aktiv mit ihren Schülern die Kursseiten nutzt.

Wenn ein Schulwiki gewünscht ist, können interessierte Lehrer eine Mail an uns schicken und wir richten gern ein Wiki in unserer Wiki-Family ein. Die Bedingungen und weitere Beispiele sind hier zu finden.

Soweit zur Wiki-Session, ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen.