Categotry Archives: gelesen

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gelesen: Das große Heft

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An einem Tag las ich Agota Kristófs Roman „Das große Heft“ aus dem Jahr 1986. Es ist der erste Teil einer Trilogie. Immer wieder musste ich es weglegen, weil die Bilder, die es erzeugte zwar sachlich erzählt aber gleichzeitig zu erschütternd waren.

Das große Heft ist ein Heft, welches sich zwei Jungen, Zwillinge zulegen, um ihre Erlebnisse darin zu notieren. Während des 2. Weltkrieges werden sie von ihrer Mutter aus „der großen Stadt“ zu ihrer Großmutter, die von allen „die Hexe“ genannt wird, in die kleine Stadt geschickt. Dort sind sie, im Alter von 8 oder 9 Jahren, weitgehend auf sich allein gestellt. Sie erschaffen sich ihre eigene Welt indem sie sich gegenüber physischen und psychischen Schmerzen durch „Übungen“ immun machen. Sie verstärken sich gegenseitig und richten sich nach ihren eigenen moralischen Maßstäben. Gefühle versuchen sie sich bewusst abzutrainieren. Die einzelnen Kapitel des Buches sind kurze Aufsätze, die sie sich gegenseitig als Aufgabe stellen und korrigieren. Erst wenn die Aufsätze vom anderen als „gut“ bewertet werden, dürfen sie ins große Heft. Kriterien dafür sind die sachliche Richtigkeit und die Unabhängigkeit von Gefühlen. Die Sprache im Roman ist demzufolge sehr sachlich und emotionslos. Unglaublich grausame Ereignisse, gerade im Leben von Kindern, werden so nüchtern erzählt, dass ich das Buch öfters aus der Hand legen musste. Denn die Sprache erstellte in meinem Kopf eigene Bilder, die ich nicht einfach so wegschieben konnte. Dennoch hatte ich den Roman am Abend ausgelesen. Das Ende – ganz ehrlich: es hallt immer noch nach. Solch eine Grausamkeit wird so neutral erzählt. Unglaublich!

Der Roman wurde vor 2 Jahren verfilmt.

Zu Agota Kristóf: Eine ungarische Schriftstellerin, die 1953 in die Schweiz emigrierte, dort jedoch nie ihre Heimat fand. 2011 starb sie in der Schweiz. (wikipedia)

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Twitterfavs im April 2014

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Ich mag Twitter. Ich werde versuchen, mich monatsweise in die Reihe der Dokumentatoren (Link folgt) einzufügen. Das hier sind nicht alle meine besternten Tweets im April, aber doch einige. Manche sind auch nicht besonders lustig, sondern regten mich zum Nachdenken und Nachrecherchieren an. Eine gute Möglichkeit, das Fav-Archiv nochmal durchzuschauen. Ich habe jetzt 198 Tabs offen mit Seiten, die ich mir schon lange sichten wollte …

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gelesen: Der alte König in seinem Exil

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GeigerIm Buchladen, in dem ich immer ein lesenswertes Buch finde, griff ich wahllos ins Romane-Regal. Der Titel sprach mich an. Ich erwartete eine schöne Geschichte. Dass dem nicht so sein wird, verriet schon der rückseitige Umschlag – es geht um die Erinnerungen an den Vater von Arno Geiger. Arno Geiger ist ein Schriftsteller aus Wien und Wolfurt. Im Buch beschreibt er die Lebens- und Krankengeschichte seines Vaters (den er immer nur „der Vater“) nennt. Der Vater erkrankte an Demenz und stellt damit die Beziehungen aller Familienmitglieder zu ihm vor neue Herausforderungen.

Man sieht in der Erzählung die deutsch-österreichische Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchschimmern, aber auch die gesellschaftliche Wandlung – die Veränderungen von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft im Laufe eines einzigen Lebens. Daneben verknüpft Arno Geiger die Geschichte mit Gedanken über Erinnern, Vergessen, Sinn und Tod, ohne dass es aufgesetzt oder hinzugestückelt wirkt.

Für mich ist es ein gut lesbares Buch, das zeigt, wie wichtig die eigene Einstellung im Umgang mit schwierigen Situationen ist. Außerdem bestärkt es mich wieder einmal darin, das Leben nicht nur mehr zu leben, sondern auch zu reflektieren und zu selektieren.

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Gelesen: Fabio Geda – Im Meer schwimmen Krokodile

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Ich bin ein Ferienleser. Nur in den Ferien habe ich genug Zeit / Muße / Aufmerksamkeit um mich auf eine neue Geschichte zu konzentrieren. Meist habe ich dann nie das Buch zur Hand, nach dem mir der Sinn gerade steht. So stand ich in den Ferien also (wieder einmal) bei Engel, (ignorierte die Anthroposophie-Abteilung) und lies mich inspirieren. Ich ging dann mit mehreren Büchern raus, eins davon las ich noch am selben Tag: Im Meer schwimmen Krokodile.

Das Buch beruht auf einer wahren Geschichte bzw. der Erzählung darüber. Es geht um einen afghanischen Jungen, der Ende der 90er Jahre im Alter von 10 Jahren vor den Taliban geschützt werden soll. Seine Mutter bringt ihn ins benachbarte Pakistan – ab da ist er allein auf sich gestellt. Seine Mutter reist zurück um sich um die anderen beiden Geschwister zu kümmern (der Vater starb 4 Jahre zuvor). Es wird sehr eindrücklich die Orientierungs-, Hoffnungs- und Hilflosigkeit geschildert, aber auch wie das Leben ihn zwingt, Entscheidungen zu treffen und für sich zu sorgen. Nach einiger Zeit in Pakistan macht sich der Junge dann auf in den Iran, später in die Türkei und schließlich über Griechenland nach Italien. Die Reise ist von vielen Rückschlägen geprägt, aber auch von viel Mut und Hoffnung auf ein besseres Leben. Erst in Italien bekommt er Asyl, wird als politisch Verfolgter anerkannt, kann ein eigenes Leben planen und sogar nach über 10 Jahren mit seiner Mutter sprechen. (Die Ereignisse vom 11.September 2001 werden kurz angesprochen)

Wie gesagt: ich las das Buch am Tag des Kaufes – es ist sehr spannend geschrieben und es gibt diesem abstrakten Wort „Migration“ ein Gesicht. #empfehlenswert

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ZDPE

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Die Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik (ZDPE – die Homepage ist leider immer veraltet.) ist eine der beiden großen Didaktikzeitschriften für Ethik/Philosophie und erscheint vierteljährlich (neben der Ethik & Unterricht). In der ZDPE findet man eher didaktische Hintergrundartikel und viele Blicke über den Tellerrand des eigenen Lehrplans, wissenschaftliche Beiträge, weniger konkret unterrichtspraktische Materialien. Zur Umsetzung im Unterricht eignen sich aber viele der Ideen und Gedanken. Und genau das gefällt mir an der Zeitschrift: ich habe keine fertigen Konzepte, sondern viele Anregungen die zu mehreren Themen passen. Gelegentlich sind auch mal fertige Unterrichtssequenzen im Heft.
Die Layoutänderung mit der aktuellen Ausgabe habe ich mal zum Anlass genommen, meine alten Ausgaben durchzusehen und nach Layoutänderungen zu schauen. Ich habe nicht seit 1992 alle Hefte, sondern später ältere Ausgaben dazu gekauft. Im Abo habe ich die Zeitschrift etwa seit 2008, glaube ich.

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Schon das letzte Layout gefiel mir ganz gut. Das aktuelle, hin auch zu mehr Seiten übrigens, finde ich auch sehr gelungen, wenngleich mir das Braun gar nicht zusagt. Da wäre mir eine Kombination mit hellblau angenehmer gewesen.
Abgesehen vom Layout bietet die Zeitschrift die gewohnten Rubriken: zum Thema, Philosophieren im Unterricht, philosophische Meisterstücke (gibts inzwischen auch als Buch), Berichte – Diskussionen – Materialien, Rezensionen und Denkbild. In der Herausgeberschaft hat sich einiges geändert, z.B. ist ein ehemaliger Kommilitone Donat Schmidt in den Kreis gerückt.
Gelesen habe ich aus dem aktuellen Heft bisher den Artikel von Patrick Baum zu den philosophischen Cafés, den Beitrag zum Ethikunterricht in Bayern (erschreckend!) sowie die Rezensionen. Ich stellte fest, dass ich einen Teil der vorgestellten Medien bereits habe, einen anderen Teil auf den Wunschzettel gesetzt 😉

Von mir sind bisher zwei Artikel in der ZDPE erschienen, das ist aber auch schon ewig her.

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Gelesen: Paulo Coelho – Aleph

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Ich gestehe: ich werde kein Coelho-Fan. 11Minuten fand ich noch ganz ok, Krieger des Lichts und Alchemist an vielen Stellen super. Mit Aleph kann ich gar nichts anfangen. Ich finde die Rahmenhandlung phantastisch: eine Reise durch Russland mit der Transsib, eine Reise, in der man sich über sich selbst, seine Ziele und Motive klar wird, immer in Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld, welches im Zug einem kleinen Soziotop gleicht. Allerdings, und da ist der Haken, verbindet es Coelho mit der Reise durch die Zeit, mit seinen früheren Existenzen. Und genau das ist der Punkt, an dem es für mich unnachvollziehbar wird: mir fehlt der Glauben an frühere, erinnerbare Existenzen. Schade schade, das minimierte das Lesevergnügen ungemein.

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gelesen: Haruki Murakami – Gefährliche Geliebte

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Nachdem ich vor drei Jahren die „Wilde Schafsjagd“ las, wollte ich mal wieder was von Haruki Murakami lesen. Kurz zur Geschichte: der Ich-Erzähler beschreibt sein Leben und hier besonders die Frauen, die ihn auf unterschiedliche Art prägten. Es begann mit einem Mädchen Shimamoto im Alter von 12 Jahren. Sie taucht immer wieder in seinem Leben auf und verändert es allein durch ihre Anwesenheit.  Es folgen Izumi, Izumis Cousine und Yukiko. Mit der letzten Frau, die er mit 30 traf, änderte sich sein Lebenslauf: aus einem gelangweilten, einsamen Schulbuchverlagsmitarbeiter wurde ein Vater von 2 Töchtern, Besitzer und Geschäftsführer von 2 erfolgreichen Jazz-Bars.  Die Erinnerung an Shimamoto bleibt erhalten und mit ihr die Sehnsucht nach etwas tief verborgenen. Die Ereignisse überschlagen sich als sie wieder auftauchte.

Ein sehr spannendes Buch, ich habe es an einem Tag ausgelesen, weil ich natürlich wissen wollte, wie es weitergeht. Sehr schöne Beobachtungen und sehr bildreiche Sprache.

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gelesen: Harry Mulisch – Die Elemente

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Geschichte: ein Mann Mitte/Ende Dreißig macht mit seiner Frau und den beiden halbwüchsigen Kindern Urlaub auf Kreta. Eine Vorzeigefamilie, die allerhand Probleme im zwischenmenschlichen Bereich hat. Als Leser wird man direkt angesprochen und ins Geschehen einbezogen – das ist etwas ungewohnt. Zwischendurch bekommt man Lektionen über die griechische Antike und Mythologie. Das ist auch in „Die Entdeckung des Himmels“ vom selben Autor so, dort aber weniger störend. Gegen Ende passieren dann wunderliche Dinge die als „Spielball der Götter“ verstanden werden sollen.

–> Die Geschichte war schnell gelesen, es ist ja auch nur ein „Kleiner Roman“, wie es auf dem Cover steht. Sonderlich begeistert hat mich die Geschichte aber nicht. (Im Gegensatz zur „Entdeckung des Himmels“, was mich damals sehr begeisterte. Wohl deshalb kaufte ich auch dieses Buch.)

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